Todesflug von Teheran: Diese Kinder waren an Bord

Die Opfer der Tragödie

Todesflug von Teheran: Diese Kinder waren an Bord

Unter den 176 Opfern befanden sich auch zahlreiche Europäer.

Eine ukrainische Passagiermaschine ist Mittwochfrüh in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran kurz nach dem Start abgestürzt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Iranischer Halbmond kamen alle Insassen ums Leben. Laut ukrainischen Angaben befanden sich insgesamt 176 Menschen in der Boeing 737 - 167 Passagiere sowie neun ukrainische Crewmitglieder.
 
82 Passagiere stammten aus dem Iran, 63 aus Kanada, elf aus der Ukraine, zehn aus Schweden, vier aus Afghanistan, drei aus Deutschland und drei aus Großbritannien. Die meisten Fluggäste wollten laut dem ukrainischen Außenministerium in der Ukraine umsteigen und in andere Länder weiterreisen. Hinweise, dass sich österreichische Passagiere an Bord befunden haben, gebe es nicht, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Guschelbauer, am Mittwochvormittag auf APA-Nachfrage.
 
Unter den Todesopfern befinden sich auch 150 Kinder, darunter ein erst 2018 geborenes Kleinkind. Ganze Familien wurden beim Unglück ausgelöscht, darunter auch die Lindbergs aus Schweden. Im Todesflieger waren Mikael, seine Frau Raheleh sowie die gemeinsamen Kinder Erik (9) und Emil (7).
 
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Auch die kanadische Familie Mousavi befindet sich unter den Todesopfern. Pedram und seine Frau Mojan arbeiteten beide an der University of Alberta. Mit ihnen im Flieger waren die Kinder Daria (14) und Darina (10).
 
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Brisant: 176 Tote durch fehlgeleitete S-200-Rakete?

Weltweit spekulieren bereits Luftfahrtexperten über die Ursache für die schreckliche Tragödie im Iran: 176 Menschen kamen in den Trümmern der ukrainischen Boeing 737 ums Leben (wir berichteten). Und einige Indizien sprechen schon jetzt dafür, dass es KEIN technischer Defekt war, der die Maschine vom Himmel geholt hat: Erstens hat der Iran sehr, sehr rasch festgestellt, dass es "ein technischer Defekt" war, der die Boeing in einen Feuerball verwandelt haben soll. Zweitens wollen die offiziellen Stellen im Iran die Blackbox, den Flugschreiber, nicht internationalen Flugsicherheitsbehörden übergeben.

Video zum Thema: Video zeigt anscheinend fehlgeleitete Rakete
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Nachrichtendienst-Experte hat einen Verdacht

Nun erhielt ÖSTERREICH einen weiteren hochbrisanten Hinweis zu einer möglichen Ursache für die Jet-Katastrophe: Ein Nachrichtendienst-Experte meinte, dass den 176 Passagieren die Radarsignatur der Boeing 737 zum Verhängnis geworden sein könnte.

Die Begründung: Bei veralteten Luftabwehr-Systemen peilt die Crew der Radarstation am Boden zwar das Ziel an, die Rakete selbst hat aber einen Zielsuchkopf, der zunächst das Radarsignal erfasst und dann das Ziel zerstört. Problem dabei: Wenn das Radar anfangs mehrere dicht beieinander fliegende Ziele anpeilt, erfasst der Zielsuchkopf jenes mit der größten Radarsignatur . . .

Wenn also ein schneller, kleiner Kampf- oder Aufklärungsjet (der USA?) zufällig in der Nähe der ukrainischen Boeing 737 operierte, erwischte die veraltete S-200-Luftabwehrrakete somit das Passagierflugzeug.

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Erschreckendes Kriegsgerät: das volle Ausmaß einer S-200-Luftabwehrrakete. Der Sprengkopf selbst soll rund 217 Kilogramm schwer sein.

 

Ähnliches Drama erst im Herbst 2018 vor Syrien

Ein derartiger Fehlschuss mit tödlichen Folgen passierte erst vor 16 Monaten der syrischen Luftabwehr, ebenfalls mit einer veralteten S-200-Luftabwehrrakete: Der Fall des Abschusses eines russischen Il-20-Fernaufklärers mit 15 Crew-Mitgliedern über dem Mittelmeer zwischen Syrien und Zypern sorgte für eine schwere diplomatische Krise.

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Vier F-16-Kampfjets der israelischen Luftwaffe waren nach Luftschlägen auf Ziele in Syrien ins Visier der syrischen Luftabwehr gekommen, bei ihrem Rückflug kreuzten die israelischen F-16 die Route der russischen Propellermaschine, die mit einer Länge von 36 Metern und einer Spannweite von 37,4 Metern natürlich eine wesentlich größere Radarsignatur bot. Die Folge: Eine syrische S-200-Rakete dürfte einen Propeller der Iljuschin-20 rasiert haben und mit dem 217 Kilo schweren Gefechtskopf die Maschine gerammt haben. Das russische Flugzeug fing Feuer, stürzte ab, alle 15 Crewmitglieder starben. Israels Regierung wies alle Vorwürfe zurück, dass die F-16-Piloten bewusst die große Maschine "als Deckung" benutzt hätten.

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Die Fakten zum aktuellen Fall sind jedenfalls eindeutig: Die iranische Luftabwehr nutzt ebenso wie Syrien das veraltete russische Luftabwehrsystem, und die Luftabwehr-Batterien der iranischen Armee waren nach den Raketenangriffen Teherans auf US-Basen mit Sicherheit in höchster Alarmbereitschaft. Eine Situation, in der sehr schnell sehr leicht Fehler passieren.

 

 
 
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