Weißrussland: UNO besorgt über Verschwundene und Folter

Mehr als 100 Menschen in Gewahrsam

Weißrussland: UNO besorgt über Verschwundene und Folter

Menschenrechts-Hochkommissariats ruft zur Freilassung von Demonstranten auf.

Genf. In Weißrussland (Belarus) sind nach Informationen des UN-Büros für Menschenrechte noch mehr als 100 Menschen in Gewahrsam, die an überwiegend friedlichen Protesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko teilgenommen hatten.
 
Von acht Menschen, die nach Beginn der Proteste am 8. August verschwanden, fehle bis heute jede Spur, sagte eine Sprecherin des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte am Freitag in Genf. Das Büro rief die Behörden auf, alle Menschen freizulassen, die nur ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausgeübt hätten, und auf weitere Festnahmen zu verzichten.
 
Es gebe Vorwürfe von Folter und Misshandlung während und nach den Festnahmen, sagte die Sprecherin. Betroffen seien auch Minderjährige. "Wir sind beunruhigt, dass offenbar noch nichts unternommen wurde, um diese Berichte zu prüfen und Verantwortliche gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen", teilte das Büro mit. Etwa 60 der Inhaftierten würden Vergehen vorgeworfen, die im Fall eines Schuldspruchs lange Haftstrafen nach sich ziehen können.


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