CES 2017: Siegeszug der Sprachsteuerung

Digitale Assistenten

CES 2017: Siegeszug der Sprachsteuerung

Sprachsteuerung wird nach Einschätzung von Branchenexperten sehr schnell eine zentrale Rolle bei der Bedienung von Technik übernehmen. Heuer dürften Computer zum ersten Mal gesprochene Worte genauso gut verstehen wie Menschen, sagte der Chefökonom des amerikanischen Elektronik-Branchenverbandes CTA, Shawn DuBravac, im Rahmen der Technik-Messe CES in Las Vegas (5. bis 8. Jänner).

Konkurrenz belebt das Geschäft

Noch 2013 lag die Fehlerquote bei der Spracherkennung bei 23 Prozent. In diesem Jahr steht die CES im Zeichen digitaler Assistenten, die sich mit Menschen unterhalten und für sie kleine Aufgaben über verbundene Geräte und Dienste erfüllen können. Bei solcher Software zeichnet sich ein Wettstreit von Plattformen großer Tech-Konzerne ab: Alexa von Amazon (leistete sich kürzlich einen Porno-Fauxpas), Siri von Apple, Googles Assistant und Cortana von Microsoft.

Dabei gelang Amazon zur CES ein erster Schritt, um Alexa über den hauseigenen smarten Lautsprecher "Echo" hinaus auch in Geräte anderer großer Hersteller zu bringen. Der weltgrößte PC-Anbieter Lenovo stellte einen ähnlich aussehenden Lautsprecher vor, in dem Alexa das Herzstück ist.  Und auch LG stellte mit seinem Hub Robot und Hub Robot Mini (Bild oben) Sprachassistenten vor, die für die Verarbeitung der Spracheingaben Alexa nutzen. Während die anderen Hersteller auf ein klassisches Lautsprecher- bzw. Vasen-Design setzen, sollen die beiden LG-Newcomer menschenähnlich und freundlich wirken. Darüber hinaus sind die kleinen Roboter im Gegensatz zur Konkurrenz mit kleinen Displays ausgestattet, die Informationen und Bilder anzeigen können. Über den integrierten Lautsprecher können die Nutzer auch Musik abspielen oder Wetterberichte empfangen. Was den Hub Robot noch von anderen Produkten unterscheidet? - Er ist beweglich und schwenkbar. So soll das Gerät zur Beantwortung von Fragen auch mit dem „Kopf“ nicken können. Zudem sollen per Gesichtserkennung unterschiedliche Familienmitglieder identifiziert werden können. Diese sollen vom LG Robot (Mini) personalisiert begrüßt werden und individuelle Informationen erhalten.

Für Kinderzimmer, Bad und Küche

Der Spieleriese Mattel ließ sich von der Datenschutz-Debatte um die vernetzte Barbie nicht abschrecken und kündigte zur CES einen smarten Lautsprecher für Kinder an. Das Gerät ist mit 300 Dollar (289 Euro) dabei teurer als ähnliche Geräte für Erwachsene - kann mit seiner Kamera zugleich aber auch die Funktionen eines Babyphones übernehmen. Mattel verspricht, dass "Aristotle" (Aristoteles) besser als andere Geräte die Sprache kleiner Kinder verstehen können.

Samsung zeigt in Las Vegas vernetzte Kühlschränke, die man ebenfalls auch nach dem Wetter oder der Uhrzeit fragen kann. Der Smartphone-Marktführer aus Südkorea will in dem neuen Markt mit seinen Rivalen mithalten und kaufte im vergangenen Herbst den sprechenden Assistenten Viv, hinter dem die Entwickler der ersten Versionen von Apples Siri stehen. Außerdem kündigte der Hausgeräte-Spezialist Whirlpool an, dass seine neuen Waschmaschinen und Trockner sich auch per Sprachbefehl an Alexa steuern lassen werden.

Wachstumsmarkt

Der Markt für Geräte mit Sprachsteuerung steht nach Prognosen der CTA vor einem kräftigen Wachstum. "Wir schätzen, dass bisher rund fünf Millionen smarte Assistenten verkauft wurden", sagte DuBravac. "Allein in diesem Jahr dürften es weitere fünf Millionen werden." Die Möglichkeit, künstliche Intelligenz in kleine Dinge zu bringen, und zwar zu überschaubaren Kosten, sei die große Veränderung im Vergleich zu früher.

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