Erster Test: So gut ist Google+ wirklich

Facebook-Alternative?

Erster Test: So gut ist Google+ wirklich

Mit Pauken und Trompeten hat Google am Dienstag seinen neuen Facebook-Gegner "Google+" vorgestellt. Und das obwohl der IT-Riese ohnehin bereits nahezu alle Online-Dienste anbietet. Neben der Suche zählen zu den meistgenutzten Angeboten u.a. der E-Mail-Client Gmail, die gelungene Kalender-Funktion, Maps, Street View oder das Foto-Album. Bei all diesen Diensten bewies Google bisher ein glückliches Händchen. Nur mit seinen Social Network-Aktivitäten war der Konzern alles andere als erfolgreich. So wurde etwa der Facebook-Gegner "Buzz" nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Die Nutzer nahmen das Angebot einfach nicht an. Das könnte sich mit Google+ jedoch ändern, denn obwohl der Dienst derzeit nur in einer Beta-Version und auch nur nach einer bestätigten Einladung funktioniert, wirkt er ziemlich gelungen. Kein Wunder, schließlich zeigt sich für das Design ein ehemaliger Apple-Entwickler verantwortlich.

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Google+ punktet mit guter Übersicht und einfacher Bedienung. Bild: (c) Reuters

Wo liegen die Vorteile?
Im Gegensatz zu Facebook wirkt Google+ überraschend gut organisiert und übersichtlich. Die Nutzer können kinderleicht einstellen, wer ihre Informationen sehen darf. So bleiben Fotos, Kommentare oder Videos tatsächlich nur jenen Personen vorbehalten, für die sie auch gedacht sind. Darüber hinaus lassen sich die Freunde ähnlich wie bei Facebook in Gruppen einteilen. Die sogenannten "Circles" (Kreise) sind im Nu erstellt und können kinderleicht geändert werden. Letzteres ist natürlich besonders praktisch, wenn man eine Nachricht, an mehrere Personen auf einmal versenden will. Die Circles werden auf der Startseite (siehe Bild ganz oben) angezeigt. Um eine Person hinzuzufügen oder zu entfernen, muss man sie nur mit der Maus in den Kreis rein oder vom Kreis heraus ziehen. Wie viele "Nutzerkreise" man anlegt, bleibt ganz dem Nutzer überlassen.

Links, Fotos, Kommentare und Co.
Bei den Hauptfunktionen orientiert sich Google+ wiederum am Hauptrivalen. So können die Nutzer auch hier kurze Texte (Kommentare), Fotos, Videos, Links oder den Standort mit ihren Freunden bzw. mit einem bestimmten Circle teilen. Außerdem können die Anwender vorab festlegen, welche Personen die einzelnen Funktionen sehen dürfen. So kann man beispielsweise vorab bestimmen, dass Videos nur eine bestimmte Gruppe sehen dürfen, Fotos aber alle Kontakte.

Chatfunktion
Besonders übersichtlich gestaltet wurde die Chat-Anwendung. Sie heißt bei Google+ "Hangout Sessions" und wird über einen eigenen Button gestartet. Mit wem der Nutzer chattet, stellt er per Mausklick ein. Natürlich kann man auch hier mit mehreren Personen gleichzeitig chatten. Ein Highlight ist die kostenlose Video-Telefonie. Sie funktioniert ähnlich wie bei Skype. Um sie zu aktivieren, müssen die Nutzer jedoch zuvor einmalig eine Spezial-Software installieren. Diese wird von Google für Windows-, Mac-, und Linux-Nutzer kostenlos bereitgestellt.

Android-App ist fertig, iPhone-Anwendung folgt
Natürlich legt der Android-Betreiber großen Wert darauf, dass seine Dienste auch am Smartphone funktionieren. Dazu müssen die Nutzer eine eigene App auf ihrem Mobiltelefon installieren. Sobald Google+ das Beta-Stadium verlassen hat, dürfte diese auf Android-Smartphones bereits vorinstalliert sein. Dann können die Anwender das Google-eigene Social Network am Android-Handy ohne etwas installieren zu müssen im vollen Funktionsumfang nutzen. Die Android-App ist jetzt schon fertig, das passende iPhone-Pendant steht laut den Entwicklern in Kürze zur Verfügung. 

Fertigstellung
Wie berichtet, läuft Google+ derzeit "nur" in einer Beta-Version. Wann die finale Variante fertig ist, konnten oder wollten die Entwickler (noch) nicht verraten. Es steht aber fest, dass für die Testphase Tag für Tag mehr Nutzer freigeschalten werden. Sollten mit der steigenden Nutzerzahl keine gröberen Probleme auftreten, könnte der fertige Dienst bereits in den nächsten Wochen online gehen. Dass das fertige Google+ noch heuer startet, gilt aber als fix. Wer schon jetzt mitmachen will, kann sich hier anmelden.

Es wird nicht leicht
Abschießend muss man aber auch sagen, dass Facebook mit seinen kolportierten 750 Millionen Nutzern ein schier übermächtiger Gegner ist. Natürlich baut auch Facebook seine Dienste, Angebote und Funktionen immer weiter aus. Dieser Erfolgslauf führte zuletzt sogar dazu, dass der Wert des Social Network auf 70 Milliarden Dollar gestiegen ist. In erster Linie geht es für die beiden Anbieter darum, möglichst viele Werbekunden anzulocken. Wem das am Ende des Tages am besten gelingen wird, dürfte sich erst in den nächsten Jahren zeigen.

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