Sony wirbt für

Wettbewerbsbedenken

 

Sony wirbt für "Google Books"

Die Japaner unterstützen nach eigenen Angaben das umstrittene Projekt vor allem darum, weil die Verbraucher am meisten davon profitieren würden. Für Sony könnte sich die Umsetzung des neuen Google Dienstes aber auch kommerziell lohnen.

Sony allein auf wieter Flur
Mit Sony hat sich ein weiteres prominentes Unternehmen in den Streit um Googles digitales Bücher-Projekt eingemischt. Ein Anwalt des japanischen Elektronikkonzerns habe bei einer laufenden gerichtlichen Anhörung ausführlich Partei für die Ambitionen des Suchmaschinenspezialisten ergriffen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Erst vergangene Woche hatten sich Amazon, Microsoft und Yahoo zu einer Allianz formiert, um gemeinsam gegen die Pläne von Google vorzugehen.

Vor Gericht soll derzeit unter anderem geklärt werden, ob mehrfach aufgekommene Wettbewerbsbedenken gegen "Google Books" berechtigt sind. Die Kritiker befürchten, dass mit der von Google geschlossenen Einigung mit US-Autorenverbänden und Verlagen das Angebot der verfügbaren digitalisierten Bücher eines Tages in der Hand nur eines Unternehmens, nämlich Google, liegen könnte. Ein Sony-Anwalt habe in einer ausführlichen Einlassung nun das Projekt vor den Richtern als gerade besonders wettbewerbs- und innovationsfördernd gepriesen, schreibt Bloomberg. Von dem Projekt würden nach Meinung von Sony vor allem die Verbraucher profitieren.

Die umstrittene Einigung sieht vor, dass Google gegen Zahlung von 125 Millionen Dollar das Recht erhält, Bücher von Universitäten und Büchereien zu digitalisieren und im Internet zu veröffentlichen. Die im vergangenen Oktober geschlossene Vereinbarung muss noch gerichtlich genehmigt werden.

Streit auch wegen E-Reader-Markt
Mit Sonys Teilnahme an dem Streit könnte sich die Debatte allerdings auch zu einem "Stellvertreter-Krieg" entwickeln. Denn das Unternehmen dürfte selbst großes Interesse haben, die Nutzer von Sonys E-Book-Readern mit digitalen Buchinhalten zu versorgen. Im März hatte Sony bereits eine entsprechende Vereinbarung mit Google getroffen, die dem Unternehmen Zugang zu mehr als 500.000 E-Book-Titeln über Google verschafft.

Mit den E-Book-Readern konkurriert der japanische Konzern derzeit in einem sich gerade erst entwickelnden Markt direkt mit dem Online-Einzelhändler Amazon und dessen elektronischem Lesegerät Kindle. Amazon bietet seinen Kindle vorerst nur auf dem amerikanischen Markt an, die nötigen Inhalte verkauft das Unternehmen über seinen eigenen Store. Sony hat dagegen in dieser Woche bereits sein zweites Modell für den österreichischen Markt angekündigt.

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