08. Februar 2010 09:24
Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit "ENISA"
(European Network and Information Security Agency), stellte am Montag einen
neuen Bericht über den Zugang zu sozialen Netzwerken per Mobiltelefon vor: "Online
as soon as it happens"
In dem Bericht werden die Risiken und Gefahren mobiler sozialer Netzwerke
dargelegt, z. B. Identitätsdiebstahl, Datenverlust von Unternehmen und
Reputationsrisiko. Die Verfasser stellen auch 17 "Goldene Regeln"
auf, wie diese Gefahren zu bekämpfen sind.
Enormes Wachstum
Social Networks haben im Internet einen
aussergewöhnlichen Wachstumstrend verzeichnet. 211 Millionen Nutzer (von 283
Millionen) in Europa benutzen SNS und in 11 von 17 untersuchten Ländern
vorzugsweise Facebook.
Der moderne Weg, mit Geschäftspartnern oder im persönlichen Umfeld Kontakt
zu halten, läuft über SNS und andere digitale Tools. Folglich ändert sich
die Art und Weise, auf die sich Leute treffen, ihre Meinungen austauschen,
Informationen und Ideen kommunizieren. Mit dem wachsenden Beliebtheitsgrad
von SNS ist die Nachfrage nach sofortigem, kontinuierlichem Zugang über das
Mobiltelefon gestiegen - dem mobilen sozialen Netzwerk (MSN). Mehr als 65
Millionen Nutzer haben über ihr Mobilgerät Zugang zum sozialen Netzwerk
Facebook. MSN-Nutzer sind 50 % aktiver als Nicht-Mobilnutzer und diese Zahl
wird in Europa bis 2012 voraussichtlich auf 134 Millionen steigt.
MSN-Nutzer
Viele MSN-Nutzer benutzen ihr Telefon auch als
Backup-Gerät für Geschäftsmails, persönliche Daten, Kontaktangaben, Bilder
und Zugangscodes. Folglich kann ein verlorenes Mobiltelefon ernsthaften
Schaden anrichten, wenn es illegalerweise benutzt wird, um auf MSNs
zuzugreifen. Viele Mobiltelefone werden als Kompaktpaket verkauft und
verfügen über eingebaute MSN-Anwendungen , sogenannte On-Deck'-Anwendungen.
Mehreren Berichten aus Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und
Grossbritannien zufolge sind viele SNS/MSN-Nutzer sich der
Sicherheitsrisiken , der Gefahr des Eindringens in die Privatsphäre und der
Gefahren, die mit dem Missbrauch der per SNS ins Internet gestellten
Information einhergehen, sowie der Notwendigkeit eines angemessenen
Datenschutzes im Internet kaum bewusst. Einige der besonderen
MSN-Risiken/Gefahren werden in dem Bericht aufgezeigt. Der ENISA-Bericht
gibt einen Überblick über die Lage und betont, dass besonders MSN-Nutzer
sich über Möglichkeiten klar sein sollen, wie man MSN auf einem Mobiltelefon
sicherer benutzen kann, um unerwartete und schädigende Konsequenzen zu
vermeiden. Risiken beinhalten Identitätsverlust, ernsthafte Schäden
bezüglich der Reputation von Einzelpersonen oder Unternehmen sowie
Datenverlust. Zwei Fallbeispiele:
- Falsches Profil auf Facebook. Ein Professor der Universität Turin
entdeckte, dass jemand für ihn ein Profil mit beleidigenden Merkmalen
auf Facebook geschaffen und somit seinen Ruf geschädigt hatte.
- Datenverlust/Reputation eines Unternehmens. Nach einer Begebenheit in
2008 kündigte die Virgin Atlantic Airlines später 13 Mitarbeitern, die
Kommentare auf Facebook veröffentlicht hatten, mit denen sie z.B. die
Sauberkeit der Firmenflotte und die Passagiere kritisiert hatten.
Ebenso haben Mitarbeiter des Check-in-Personals von British Airlines in
Gatwick Mitteilungen auf Facebook veröffentlicht und von "stinkenden"
Passagieren gesprochen und den "chaotischen" Ablauf in
Heathrow kritisiert.
Der Bericht gibt auch einen umfassenden Einblick in die Social-Network-Welt
aus der Sicht der EU Datenschutz-Richtlinie (95/46/EG). Der
geschäftsführende Direktor von ENISA Dr. Udo Helmbrecht kommentiert: "Dieser
Bericht bietet nützliche und praktische Hinweise, wie man sich online,
überall und jederzeit, beim Benutzen mobiler sozialer Netzwerke sicherer
verhalten kann."
Der Bericht beinhaltet 17 praktische "Goldene Regeln". Hier einige
Beispiele:
- Denken Sie daran, sich nach der Session immer aus dem sozialen Netzwerk
abzumelden.
- Erlauben Sie dem sozialen Netzwerk nicht, sich an Ihr Passwort zu
erinnern (diese Funktion heisst "Auto-complete", automatische
Vervollständigung).
- Mischen Sie Ihre geschäftlichen Kontakte nicht mit den persönlichen
Kontaktangaben Ihrer Freunde.
- Erstatten Sie sofort Bericht über gestohlene/verlorene Mobiltelefone
mit gespeicherten Kontaktangaben, Bildern oder persönlichen Daten.
- Stellen Sie das Niveau der Privatsphäre Ihres Profils sachgemäss ein.
Alle Empfehlungen sind in dem vollständigen Bericht zu finden, der hier
zum Download zur Verfügung steht: