Größte IT-Messe CeBIT öffnet die Pforten

CeBIT 2010

Größte IT-Messe CeBIT öffnet die Pforten

Mit der Hoffnung auf einen Aufwärtstrend in der Hightech-Branche startet am Montag die weltgrößte IT-Messe CeBIT in Hannover. Sie wird am Abend von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero offiziell eröffnet. Spanien ist Partnerland der diesjährigen CeBIT.

Zahl der Aussteller sinkt
Bis Samstag stellen rund 4.150 Unternehmen aus 68 Ländern ihre Produkte und Neuheiten aus. Damit verlor die CeBIT nach einem kräftigen Einbruch im Wirtschaftskrisenjahr 2009 weitere Aussteller. Im vergangenen Jahr war die Ausstellerzahl auf rund 4.300 gefallen - von mehr als 5.800 Unternehmen im Jahr 2008.

Für das Publikum öffnet die Messe am Dienstag. Der Schwerpunkt der CeBIT 2010 heißt "Connected Worlds" - mit Hilfe des Internet vernetzte Welten. Zu weiteren große Themen zählen das schnelle mobile Internet, IT-Sicherheit, Verkehrstelematik und umweltfreundlichere Informationstechnik. Daneben gibt es zahlreiche Kongresse und Sonderschauen.

Mit der CeBIT Sounds! wird diesmal eine eigene Musikmesse veranstaltet, die Unternehmen aus dem Musikgeschäft und der Technologiebranche zusammenführen soll.

Kanzlernin unterstreicht die Wichtikgkeit der Messe
Merkel unterstrich in ihrem Internet-Podcast am Wochenende die Bedeutung der CeBIT. Die Messe sei wichtig, weil sie auf der einen Seite die neuen technischen Möglichkeiten der weltweiten Kommunikation beleuchte, auf der anderen Seite seien die Computertechnologie und die Informations- und Kommunikationstechnologie ein Wachstumsmarkt erster Größenordnung.

Die CeBIT verliert jedoch schon seit Jahren Aussteller. Unter anderem hat das mit dem Aufstieg spezialisierter Messen zu tun. So gehen Unternehmen der Unterhaltungselektronik bevorzugt zur Funkausstellung IFA in Berlin oder der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Als wichtigster Treff der Telekommunikationsbranche hat sich fest der Mobile World Congress in Barcelona etabliert.

Im vergangenen Jahr schrumpfte die Ausstellungsfläche um ein Fünftel auf etwa 200.000 Quadratmeter. Die Zahl der CeBIT-Besucher brach um ebenfalls knapp 20 Prozent auf etwa 400.000 ein.

Neuausrichtung war erfolgreich
Die Deutsche Messe AG als CeBIT-Veranstalterin hatte auf sinkende Ausstellerzahlen und die wachsende Bedeutung konkurrierender Veranstaltungen bereits vor zwei Jahren reagiert und die IT-Messe grundlegend umgebaut. Die CeBIT wurde mehr als "Profimesse" für Fachbesucher ausgerichtet. Die Messekosten für die Aussteller wurden gesenkt, die Dauer der CeBIT verkürzt. In diesem Jahr dauert sie nur noch fünf Tage, der CeBIT-Sonntag fällt weg.

Die Messe betont, dass etwa 300 Aussteller zum ersten Mal in Hannover vertreten seien, darunter Schwergewichte wie der Internet-Konzern Google und der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon. Google buchte eine Aktionsfläche und will dort über den derzeit heftig umstrittenen Straßenbild-Dienst "Street View" informieren. Der Suchmaschinen-Spezialist will demnächst im Detail aufgenommene Straßenzüge auch deutscher Städte online zeigen.

"Diejenigen, die finden, dass dies ein Eingriff in ihre private Sphäre ist, können von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen", sagte Merkel dazu in ihrem Podcast. Das Verbraucherschutzministerium habe dafür auf seiner Internetseite einen Musterbrief vorbereitet.

Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte Google in den vergangenen Wochen unter anderem wegen "Street View" wiederholt in scharfen Worten vorgeworfen, die Privatsphäre der Bürger zu verletzen. Sie forderte engere gesetzliche Grenzen für den Straßenbilder-Dienst, zum Beispiel strengere Regeln für die Verfremdung der Bilder, gegen die Widerspruch eingelegt wird.

Der Präsident des IT-Verbands Bitkom, August-Wilhelm Scheer, kritisierte in diesem Zusammenhang die Internetpolitik der deutschen Regierung. Auf der einen Seite durchlöchre der Staat mit Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchungen die Privatsphäre der Bürger. "Gleichzeitig drischt die Verbraucherschutzministerin auf Google ein, weil es angeblich die Privatsphäre verletzt. Das passt nicht zusammen", monierte Scheer im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Aigner agiere als "Scharfmacherin gegen das Internet". Deutschland bekomme dadurch "das Image des bürokratischen Spielverderbers und ständigen Blockierers".

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