24. September 2009 14:07

Finanzdebatte 

Häupl verteidigt Jackson-Tribute

Konzert wäre "sehr interessant" gewesen.

Häupl verteidigt Jackson-Tribute
© APA/Herbert P. Oczeret, APA/Roland Schlager

Angekündigt war eines der größten Konzertevents, das Wien je gesehen hat - geblieben ist eine Debatte im Gemeinderat. Dort verteidigte Bürgermeister Michael Häupl (S) am Donnerstag, 24.9., die geplante finanzielle Unterstützung für das Jackson-Tribute, das kommenden Samstag vor Schönbrunn hätte stattfinden sollen. Die Stadt hatte ursprünglich angekündigt, das Konzert mit 600.000 Euro zu fördern.

Wien weltweit präsent
Selbstverständlich wäre ein derartiges Konzert für die Stadt "sehr interessant" gewesen, "wäre es seriös vorbereit und ordentlich organisiert worden", so Häupl: "Das war es aber nicht." Hätte es stattgefunden, wäre Wien weltweit präsent gewesen. Letztendlich sei aber "kein Cent irgendwohin" geflossen, betonte der Bürgermeister in der Fragestunde.

Grüne zweifeln an Brauner
Das bezweifeln zumindest die Grünen. Gemeinderätin Marie Ringler hat eine Anfrage an Wirtschafts- und Finanzstadträtin Renate Brauner geschickt, in der sie wissen möchte, ob durch den organisatorischen Aufwand bzw. die Planung des Gedenkkonzerts Kosten entstanden sind. Und sie erkundigt sich auch, ob Wien einen Imageschaden durch das Scheitern des Konzerts - das nun 2010 in London stattfinden soll - befürchtet.

600.000 für Marketingmaßnahmen
Ringler schlug im Gemeinderat vor, die 600.000 Euro aufgrund dieser Entwicklung nun doch dem Tourismusverband für Marketingmaßnahmen zu überweisen. ÖVP-Kultursprecher Franz Ferdinand Wolf brachte zu Debatte ein Foto mit, das bei der Tribute-Pressekonferenz am 8. September aufgenommen worden war. Zu sehen darauf: Vizebürgermeisterin Renate Brauner (S) und Jermaine Jackson. Laut Wolf hat Brauner einem "Schwadroneur" Geld zugesagt.

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Jermaine Jackson und Renate Brauner Foto: (c) Schöndorfer

Große Blamage
"Schlussendlich bleibt nichts über als eine große Blamage", befand FP-Gemeinderat Gerald Ebinger. Die Stadt bringe zwar einen Auftritt der Leopoldsdorfer Seniorenschrammeln zustande, man hätte sich aber denken können, dass aus dem Jackson-Tribute nichts werde.

Kritik
Kritik übte die Opposition an der Art, wie der Antrag für die finanzielle Unterstützung eingebracht wurde - nämlich als Subvention für den Wien-Tourismus. Dass es um das Jackson-Gedenkkonzert gehe, sei zunächst nicht erwähnt worden, was "fast schon" eine Täuschung der Opposition gewesen sei, so die Kritik. Laut Stadt wären mit der Zuwendung Werbeleistungen abgegolten worden. Der Beschluss im entsprechenden Ausschuss erfolgte auch mit Zustimmung der ÖVP und der FPÖ. Lediglich die Grünen stimmten dagegen.


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