John Malkovich gibt bei uns den Casanova

5.-9. Jänner

© APA

John Malkovich gibt bei uns den Casanova

"Er war offensichtlich verrückt", sagt Hollywoodstar John Malkovich über jene Rolle, die er ab 5. Jänner an fünf Abenden im Wiener Ronacher verkörpern wird: Giacomo Casanova. "So viele Frauen, so viel Stress - das ist unvorstellbar." Nach dem Erfolg des Musiktheaterprojekts "The Infernal Comedy" über Serienmörder Jack Unterweger hat sich Malkovich erneut mit Regisseur und Autor Michael Sturminger und Dirigent Martin Haselböck zusammengetan. Am Montag, 13.9.stellten sie "The Giacomo Variations", eine Mischung aus Oper und Theaterstück, im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien vor.

Inhalt
Casanova ist alt geworden. Er schwelgt in Erinnerungen - einerseits, um nach dem Sinn des Lebens zu forschen, andererseits, um Frauen mit seinen Geschichten zu beeindrucken. Das ist die Ausgangssituation für "The Giacomo Variations", in der Casanova, umrahmt von Opernmusik, sein Leben Revue passieren lässt. In die Gestalten seiner Frauenbegegnungen schlüpft die Schauspielerin Ingeborga Dapkunaite. "Casanova ist allen nur als großer Verführer bekannt", so Regisseur Michael Sturminger, "aber seine Biografie ist um so vieles reicher." In Anlehnung an die "ausführlichste und genaueste Autobiografie des 18. Jahrhunderts", schilderte der Regisseur und Autor, sei die Geschichte eines vielseitigen Mannes entstanden, der "sich sein Leben lang selbst neu erfinden und behaupten musste".

Malkovich: "Noch Casanova im Entstehen"

Der Probenbeginn ist für Mitte Dezember geplant, so Intendantin Kathrin Zechner - John Malkovich ist daher ein wenig überfordert, wenn man ihn fragt, was für ein Casanova er sein wird. "Ich freue mich, wenn wir endlich anfangen. Bis dahin bin ich ein Casanova im Entstehen", so der 56-Jährige zur APA. Schon als Jack Unterweger hatte Malkovich für ausverkaufte Theatersäle gesorgt, das neue Projekt wird jedoch ein wenig anders als "The Infernal Comedy", so Sturminger: "Wir kreieren eine Oper aus dem Besten der drei Da-Ponte-Opern Mozarts. Es soll ein Gesamtkunstwerk werden, ein durchkomponierter Spannungsbogen."

Konterparts
So bekommen Malkovich und Dapkunaite musikalische Konterparts (Bariton Florian Boesch und Sopranistin Eva Liebau) an die Seite gestellt, die in Rollen aus "Figaros Hochzeit", "Don Giovanni" und "Cosi fan tutte" schlüpfen - jenen Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, für die der italienische Librettist Lorenzo da Ponte die Texte beigesteuert hatte. Um Übergänge zu schaffen, wurde der österreichische Komponist Bernhard Lang beauftragt, eigene Kompositionen einzubringen. "Ich erwarte mir von der Begegnung zeitgenössischer Musik mit Originalklang eine besondere Atmosphäre", meinte Haselböck. "Vielleicht werden wir sogar John Malkovich Mozart singen hören."

Wollte immer Sängerknabe werden

Erzählt Malkovich von seinem "größten Bubentraum", wäre es wenig überraschend: "Meinem Traum, Wiener Sängerknabe zu werden, werde ich niemals näher kommen, als mit dieser Möglichkeit." Der Hollywoodstar erinnert sich schmunzelnd an jene Sonntage in seiner Kindheit, in der er gebannt Aufführungen der Sängerknaben im Rahmen der "Walt Disney Hour" im Fernsehen verfolgt hatte. "Ich habe meine Eltern immer gefragt, ob sie die Bewerbung abgeschickt haben, ob sie alles Nötige tun. Sie haben mich angelogen und mir gesagt, die wollen mich nicht." Sängerknabe wird Malkovich mit seinen 56 Jahren vermutlich nicht mehr, "aber dafür bin ich in Wien".
 

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