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Schiele's "Wally"

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Österreichs "Mona Lisa" kehrt heim

Eines der bekanntesten Gemälde der Welt geht auf Reisen: Egon Schiele‘s „Bildnis Wally“, das 1998 in New York wegen Verdachts der NS-Raubkunst beschlagnahmt wurde, ist wieder im Besitz des Wiener Leopold Museum. Für die österreichische Kunst ist es ein historischer Tag: Experten bezeichnen die „Wally“ als „Mona Lisa des 20. Jahrhunderts.“

Völlig überraschend haben sich die Stiftung Leopold und die Erben der in der NS-Zeit enteigneten Kunsthändlerin Lea Bondi-Jaray am Dienstag geeinigt. Demnach zahlt die Leopold Stiftung 19 Millionen Dollar (15 Mio. Euro.) für das Portrait von Schiele‘s langjähriger Geliebter – nach zwölf Jahren langem Rechtsstreit. . Alleine die Anwaltskosten betragen drei Mio. Euro.

„Wally“ wird durch Kredit und Bilderverkauf finanziert
Die Freude bei den Erben des im Juni verstorbenen Sammlers Rudolf Leopold ist groß. Sohn Diethard (54): „Es war unsere Aufgabe, den Kunstbestand für die Öffentlichkeit zu sichern.“ Witwe Elisabeth (84) meinte: „Wir haben das Bild sehr geliebt. Es ist sehr schade, dass der Rudolf die Wally nicht mehr in Händen halten kann.“ Leopold selbst leitete die Verhandlungen zur Rückholung der „Wally“, er sah sich bis zuletzt im Recht.

Kredit von Raiffeisen
Die 19 Millionen Dollar werden durch einen Kredit bei der Raiffeisen Landesband Wien-Niederöstereich finanziert – fünf Schiele-Gouachen werden verpfändet. Peter Weinhäupl, kaufmännischer Direktor: „Das Geld wird auch durch den Verkauf von Bildern aus dem Bestand aufgebracht.“ Rudolf Leopold selbst habe zu Lebzeiten „wochenlang“ an einer Liste von Gemälden gearbeitet. Nun werde der Vorstand die Arbeit finalisieren, es gebe jedoch keine Sonderauktion.

Ab 22. August ist „Wally“ wieder in Wien zu sehen
In einem Monat wird das Bild auch physisch in Wien sein. Nach einigen Tagen im US-Depot wird die „Wally“ ab 29. Juli im Museum of Jewish Heritage in New York zu sehen sein. Um den 22. August wird das Meisterwerk in einer Sonderpräsentation in Wien vorgestellt. Das Gemälde wird gleich neben Schiele‘s „Selbstporträt mit Lampionfrüchten“ und „Kardinal und Nonne“, Platz finden. Novum: Darunter steht ein Text über die Besitzerstory.

Auf was sich die Wiener freuen können, machte Witwe Elisabeth deutlich: Bevor sie vor Journalisten sprach, drehte sie die aufgestellte Kopie einfach um, "weil das nur eine Kopie ist. Gut gemeint, aber nicht das Original. Sie werden das bemerken.“

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