Schauspieler Götz Kauffmann gestorben

Ein "echter Wiener"

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Schauspieler Götz Kauffmann gestorben

Der Schauspieler Götz Kauffmann ist heute, Dienstag, im Alter von 61 Jahren in Wien gestorben. Dies teilte sein Bruder am Nachmittag mit. Kauffmann ist dem TV-Publikum als SP-Bezirksrat Gneisser aus dem "Kaisermühlen Blues" und als Mundls bester Freund Kurti in der Original-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" bekannt. Er sei wenige Tage nach seinem 61. Geburtstag (15.1.) an den Folgen mehrerer schwerer Erkrankungen im SMZ Ost gestorben, sagte sein Bruder.

"Mundl" tief betroffen
Tief betroffen zeigte sich der langjährige Serien- und Filmkollege des Verstorbenen, Karl Merkatz. "Wir haben einander sehr, sehr lange gekannt und waren sehr befreundet", so Merkatz. Kauffmann sei "zu früh" verstorben, er habe durch sein langjähriges Leiden eine "schwere Last" erfahren. Merkatz, der als "Mundl" in "Ein echter Wiener geht nicht unter" gemeinsam mit Kauffmann vor der Kamera stand, bezeichnete Kauffmann als "aufrechten Kollegen".

Österreich verliert durch den Tod von Götz Kauffmann "einen seiner populärsten Volksschauspieler", sagte Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) laut einer Aussendung. "Pointiert und kritisch betrachtete er in seinen Kabarettprogrammen den Geist und Ungeist in diesem Lande." Mit Kauffmann verliere Österreich ein "Wiener Original", "die österreichische Kulturszene wird ihn vermissen", so ÖVP-Kultursprecherin Silvia Fuhrmann laut einer Aussendung. Kauffmann würde "nicht nur als beliebter Volksschauspieler in Fernsehserien, sondern auch auf der Theaterbühne, auf Festivals und als großartiger Kabarettist in Erinnerung bleiben", sagte FPÖ-Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner. Der Schauspieler bleibe unvergessen als "klassischer Wiener", meinte BZÖ-Kultursprecher Stefan Petzner.

Publikumsliebling in den 70ern
Geboren wurde Götz Kauffmann am 15. Jänner 1949 in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus als Sohn des bekannten Orgelbaumeisters Johann Kauffmann. Von 1964 bis 1968 absolvierte er eine Orgelbaulehre. 1972 schloss er seine Schauspiel-Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar ab. Anschließend war er bis 1977 am Landestheater Salzburg engagiert. Bereits 1970 startete er seine Fernseh-Tätigkeit.

Mit dem "Echten Wiener" avancierte er in den Siebzigern zum Publikumsliebling. Kauffmann wirkte aber auch in Krimi-Produktionen, der "Alpensaga" von Peter Turrini oder - in den Achtzigern - der Serie "Mozart und Meisel" mit. 1992 erfolgte der Startschuss zum "Kaisermühlen Blues". Und auch in "Dolce Vita & Co" war er zu sehen.

1980: 42 Rollen bei den Festwochen
Auf das Theater verzichtete Kauffmann jedoch weiterhin nicht. Ab 1977 nahm er immer wieder Engagements am Raimundtheater und am Theater in der Josefstadt an. 1980 spielte er gleich 42 Rollen bei der Wiener Festwochen-Produktion "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus. Er war im Volkstheater, bei diversen Sommerfestivals, im Gloria Theater und in der Wiener Kammeroper zu sehen.

Auch seine kabarettistische Ader kam nicht zu kurz. 1980 wurde von ihm in Wien die "Arge Kabarett" gegründet, 1983 folgte sein erstes eigenständiges Programm - "Götz-Zitate". Seitdem hat Kauffmann im Zuge seiner kabarettistischen Tätigkeit immer wieder mit bekannten Autoren zusammengearbeitet, etwa mit Erika Molny, Wolfgang Teuschl oder Werner Schneyder.

Alkoholexzesse und Depressionen
Als Filmschauspieler wirkte Kauffmann darüber hinaus 1978 in "Geschichten aus dem Wienerwald" (Regie: Maximilian Schell) mit. 1979 folgte der Streifen "Car-Napping". Prominent war nicht nur das Gesicht Kauffmanns, sondern auch seine Stimme. Seit 1980 war er als Werbesprecher für Rundfunk und Fernsehen sowie als Synchronsprecher tätig.

Dass es im Leben des Schauspielers nicht nur Höhen-, sondern auch Tiefflüge gab, belegte Kauffmann in seinem Buch "Meine Abrechnung. Zwischen Kaisermühlen Blues und Suff" (Verlag Carl Ueberreuter). Nachzulesen ist dort über Millionenpleiten (1993 und erneut im Jahr 2000 wurden über ihn Konkursverfahren eröffnet), Alkoholexzesse, Depressionen, drei gescheiterte Ehen und einen monatelangen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Der bekennende Freimaurer rechnete in dieser Autobiografie jedoch nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit Kollegen, Wegbegleitern und "sogenannten Freunden" ab.

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