Die Akte Christina Lugner

Teil 1

 

Die Akte Christina Lugner

Mit ihrem „Hochglanz-­Magazin-Buch“ möchte Christina Lugner nicht nur ihre Biografie unters Volk bringen, sondern auch „neue Wege der Konzeption“ beschreiten. So schildert etwa Co-Autor Christoph Hrabala seine Sicht der Geschehnisse.

Der 26. April 1990
Dieser Tag sollte mein Leben komplett verändern. Abends bei einem Wirtschaftsevent sah ich Richard das erste Mal. Spitzbübisch, unkonventionell und irrsinnig lustig war er – und fesch auch noch dazu. Es funkte wie noch nie zuvor in meinem Leben. Schon für den nächsten Tag lud er mich zum Abendessen ein. Es war bei einem Balkangrill im 15. Wiener Gemeindebezirk, sein Auftreten, seine ganze Art, er war einzigartig. Ich erinnere mich noch, als ein Rosenverkäufer ins Lokal hereintrat. Richard winkte ihn heran, flüsterte ihm etwas ins Ohr und eine Minute später hatte er alle Rosen für mich gekauft. Er breitete sie vor mir auf dem Tisch auf – ein Rosenmeer bestehend aus 120 Rosen, die mir Richard an diesem Abend schenkte. Ich fühlte mich wie im siebten Himmel ...

Unser nächstes Treffen dann eine Woche später. Mit Herzklopfen fuhr ich zum vereinbarten Treffpunkt – ein Heuriger in Perchtoldsdorf. Die Zeit verging wie im Fluge, dann plötzlich – es kam mir vor wie ein gutes Omen: Derselbe Rosenverkäufer, den wir vor einer Woche am anderen Ende der Stadt kennengelernt hatten, erschien auf der Bildfläche. Und wieder kaufte Richard mir den gesamten Rosenstrauß – 120 Rosen.

Gegen Ende des Abends dann die nächste Überraschung: „Wann hörst Du morgen auf zu arbeiten?“ fragte Richard und zog zwei Flugtickets aus seiner Tasche – Abflug Wien Schwechat 14 Uhr, Reiseziel: Monaco!

Christina: 17 Jahre später, 11. April 2007. Abend­event im Wiener Nobelhotel LeMeridien. Ein Clubbing der feinsten Art. Ich bin deprimiert, traurig und werde von Heribert Kasper („Mr. Ferrari“) in die Geheimnisse seines Sportwagenfestival in Velden eingeweiht. Plötzlich steht er vor mir – ich kann ihn nicht recht zuordnen, aber als er mich begrüßt, erkenne ich ihn wieder. Es ist dieser Journalist, der mich vor Jahren einmal interviewt hat. Er brachte mir damals Blumen mit zum Interview, das hat noch nie einer gemacht. Er sieht mir in die Augen, er hat dämonische dunkle Augen. Sie fesseln mich, ich möchte ihn näher kennenlernen. Wir sprechen die halbe Nacht und schütten unsere Herzen aus. Wer ist dieser verständnisvolle Mensch, der so gut zuhören und meine Stimmung binnen kürzester Zeit so heben kann?

Christoph: Ein mühsamer Clubbing-Abend im LeMeridien. Meine Frustrationskurve hat die obere Grenze erreicht. Das Leben erscheint sinnlos. Meine große Liebe, mit der eigentlich eine gemeinsame Zukunft geplant war, will aufgrund meines – zugegeben äußerst stressigen – neuen Hundebabys nicht mehr mit mir zusammenwohnen und stellt unsere gesamte Beziehung in Frage. Dazu extremer Berufsstress. Ich will weg hier, ihr in der Nacht noch ein E-Mail schreiben und verabschiede mich bei meinem Freund, Heribert Kasper. Da sehe ich Christina neben ihm stehen. Höflich begrüße ich sie, unsere Blicke treffen sich. Tiefe Blicke, traurige Blicke ... Aus Small Talk wird rasch ein erfolgreiches Therapie-Gespräch. Erstmals seit Wochen fühle ich mich wieder verstanden.

Die Tage vergingen, die Vertrautheit stieg, eine gute Freundschaft begann sich zu entwickeln. Eines Tages entstand schließlich die Idee, Christinas Leben in einem Buch zu veröffentlichen. Christina versuchte zu dieser Zeit Gespräche mit Richard zu führen, um die Ehe doch noch zu retten.

Auch in Christophs Beziehung tat sich einiges. Die Probleme waren mittlerweile Schnee von gestern, mit seiner Freundin war wieder alles in Ordnung, im Juni stand sogar eine gemeinsame Reise nach Rom auf dem Programm. Am Tag nach der Rückkehr in Wien dann die Katastrophe:

Christina: Einen Tag nachdem Christoph und seine Freundin aus Rom zurückgekehrt waren, trafen wir uns in seinem Haus, um am Konzept unseres Buches weiterzufeilen. An diesem Dienstagnachmittag arbeiteten wir ca. 3 Stunden und kamen ordentlich voran. Danach fuhr ich heim – ich ahnte nicht im geringsten, was am nächsten Tag auf Christoph und mich zukommen würde.

Christoph: Der Aufenthalt mit meiner Freundin in Rom war toll. Zurück in Wien, freute ich mich auf die neue berufliche Herausforderung, Christina Lugners Buch zu schreiben. An diesem Dienstagnachmittag verfassten wir mehrere Seiten. Ich brachte Christina gegen 17 Uhr zu ihrem Auto und wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der nächste Tag mein ruhiges und zurückgezogenes Leben komplett verändern würde ...

Am Montag folgt Teil 2: Christina und ihre Beziehung zu Christoph.

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