Erstes

In Frankreich

© Reuters

Erstes "Designer-Baby" geboren

Das erste in Frankreich geborene "Designer-Baby" soll auch seinem älteren Bruder helfen. Dieser leide an Beta-Thalassämie, einer genetisch bedingten, potenziell tödlichen Bluterkrankung, teilten die behandelnden Ärzte am Dienstag mit. Das Baby mit dem türkischen Namen für Hoffnung sei bereits am 26. Jänner in der Klinik Antoine Béclère im Pariser Vorort Clamart geboren worden. Dem kleinen Umut-Talha geht es nach Angaben des Krankenhauses sehr gut.

Embryo ausgewählt
Nach einer künstlichen Befruchtung hatten Mediziner zuvor mit Hilfe einer Präimplantationsdiagnostik (PID) einen Embryo ausgewählt, der den Gendefekt nicht aufwies und genetisch am besten zu seinem Bruder passte. Das Nabelschnurblut von Umut-Talha soll nun für dessen Stammzelltherapie dienen. Die Eltern haben mit dem Baby aber auch ein nicht von Thalassämie betroffenes Kind bekommen.

In Deutschland ist die Auswahl von Embryonen - auch für solche Anwendungen - verboten. Dort gibt es derzeit eine heftige Debatte über die Methode der Präimplantationsdiagnostik via Genanalyse.

Verbot
In Österreich dürfen entwicklungsfähige Zellen (also befruchtete Zellen oder Embryonen, Anm.) nicht für andere Zwecke als für die medizinische Fortpflanzung verwendet werden. Das heißt, jede Manipulation an einem Embryo darf nur direkt der Befruchtung dienen, alles andere ist verboten. Bei der PID kommt es auf die dabei verwendete Technik an. Eine genetische Untersuchung der Erbsubstanz aus den Polkörperchen einer Eizelle noch vor dem Verschmelzen der Erbsubstanz von Mutter und Vater ist erlaubt. In den USA, Großbritannien, Belgien und Spanien wurden seit dem Jahr 2000 schon mehrere "Designer-Babys" geboren. In Frankreich ist das Verfahren seit 2006 erlaubt. Die Eltern von Umut-Talha stammen aus der Türkei. Die Beta-Thalassämie kommt gehäuft in Mittelmeerländern vor.

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