Sonderthema:
Altes Fabrikloft als Familienidyll

Homestory 40

© Astrid Bartl

Altes Fabrikloft als Familienidyll

Eine Familie fast wie aus dem Bilderbuch: Mutter Chris­tiane ist erfolgreiche Kommunikationsmanagerin, Va­ter Alexander gehört zu den beliebten Schauspielern des Landes, Tochter Sophie steht kurz vor einer erfolgreichen Modelkarriere - und die beiden Hunde, Blackman und Tschiwi, runden das malerische Ensemble ab. Dieses Familienidyll spiegelt sich auch in den privaten Räumen der Huemer-Strobeles wider: Mit großer Liebe zum Detail wurde eine alte Fabrik­etage im Hintergebäude eines Jahrhundertwendehauses im 7. Wiener Gemeindebezirk zu einem Loft umgebaut. Doch ein ultramodernes, durchgestyltes Wohnambiente sucht man hier vergeblich. Im Gegenteil: Heimelige Gemütlichkeit, warme Farben und in ihrer Höhe unterschiedliche Wohnebenen sind die Kennzeichen dieser Wohnung. „In allen Fragen der Planung ein echtes Gemeinschaftswerk“, betonen die Eigentümer. „Mit einer Ausnahme“, ergänzt Mutter Christiane. „Es war mein eigener Wunsch, so weit wie nur möglich rechte Winkel zu vermeiden.“ Und ebendiese konsequente Asymmetrie erzeugt in der 140 Quadratmeter großen Wohnung eine besondere Dynamik - und wirkt sympathisch.

Von einem abgetrennten Eingangsbereich mit privatem Liftausstieg betritt der Besucher den großen Wohn- und Lebensbereich. Gleich bei der Eingangstür fällt der Blick auf das elterliche Schlafzimmer. Dieses wurde wie ein japanischer Teeraum auf ein hohes Podest gesetzt und führt die Idee des offenen Wohnens durch große Schiebetüren geschickt weiter - garantiert aber dennoch ein Mindestmaß an Privatsphäre. Ein einfaches Bett und pastellige Farben laden in der Kemenate zum Kuscheln ein. „Das lästige Stauproblem haben wir mit einem hohlen Podest gelöst“, so Hausherr Alexander Strobele. Neben dem Elternschlafbereich befindet sich das einzige Zimmer mit einer verschließbaren klassischen Tür. Dieser Raum ist das Reich von Tochter Sophie - bleibt aber für die neugierige Linse der Fotografin tabu.

Multifunktional ist der große Wohnraum: Wohnzimmer, Bibliothek, Küche und Esszimmer in einem. Große, alte Kastenfenster sorgen für ausreichend natürliches Licht. Gemäß der Vorgabe, auf rechte Winkel zu verzichten, ist auch die gemütliche Couch halbrund gebogen und sorgt mit ihren bunten Streifen für einen erfrischenden Farbtupfer - der auserkorene Lieblingsplatz der beiden Hunde. Gegenüber dem großen Sitzmöbel wurden Bücherregale in eine große Nische eingebaut und schließen mit der Wand plan ab. Ungewöhnlich und eine interessante Dekorationsidee ist die alte Bauerntür, welche die offenen Regale der Bibliothek bewusst unterbricht: „Wir haben bibliophile Kostbarkeiten, die besser in einem geschlossenen Regal aufgehoben sind“, erklärt Alexander Strobele, warum dieser Schrank - eine Tischler­arbeit - eingebaut wurde. Eine schlichte, modern gehaltene vierstufige Regaltreppe ist einerseits Kunstobjekt, hilft andererseits auch problemlos, die oberen Regalreihen zu erreichen.

Gleich neben den Büchern befindet sich der frei stehende Kamin mit Glasfenster. „Gerade jetzt in der Übergangszeit die perfekte Heizung“, schwärmt Christiane Huemer-Strobele und deutet dabei auf ihren Ehemann. „Wenn mein Mann nicht Schauspieler geworden wäre, dann sicher Brandmeister!“ Sagt’s, und in der Sekunde erfolgt die Livedemonstration: Das Feuer brennt. Auf der anderen Seite des Wohnbereichs befindet sich der Ess- und Kochbereich. Ein frei stehender Küchenblock ist als Sichtschutz zum großen Esstisch aufgebaut, der mit Sesseln höchst unterschiedlicher Stile und Herkunft eine geschlossene Einheit im großen Raum bildet. Platzprobleme für Geschirr, Kühlschrank und Kochutensilien wurden mit einem großen Wandschrank geschickt gelöst.

Die Dekoration des Lofts ist bewusst sparsam gewählt: Frische Blumen, frei stehende Kerzenleuchter und so manches altes Requisit einer längst vergessenen Theaterproduktion haben hier eine neue Heimat gefunden. Bei der Auswahl der Lampen hat man sich stilsicher auf das Design der großen italienischen Leuchtkörpermanufaktu­ren verlassen, ohne sich den Stempel diverser Moden aufdrücken zu lassen.

Auf einen „Raum“ ihrer Wohnung sind die Huemer-Strobeles besonders stolz - die Terrasse: Diese lässt sich durch eine große, doppelflügelige Tür betreten, lässt aber auch viel Licht in das Loft hinein. „Eine Terrasse war uns bei der Wohnungssuche vor einigen Jahren ein großes Anliegen“, erzählt Alexander Strobele. Heute kann er sich ein Leben ohne seinen „Freisitz“ gar nicht mehr vorstellen und hat viel Spaß daran, Blumen zu pflanzen und das üppige Grün fleißig zu vermehren. „Bald haben wir vor lauter Pflanzen auf der Terrasse keinen Platz mehr für uns“, fügt seine Gattin mit einem süffisanten Lächeln hinzu.

Auch das Badezimmer hat in dieser Wohnung keinen einzigen rechten Winkel und dient zu weit mehr als nur der täglichen Körperpflege. Es ist das kleine Reich von Mutter und Tochter - ausgestattet mit einer großzügigen Badewanne, Stereoanlage und fast freier Sicht in den Wohnraum. Denn auch beim Bad galt bei der Planung: offener Raum und Durchsicht, wo immer nur möglich. Nur schmale geschliffene Streifen in der großen Glastrennwand zum Loft schränken die Sicht ein wenig ein. Sehr zum Leidwesen von Christiane Huemer-Strobele: „Ich schaue meinem Mann einfach gern beim Duschen zu“ - und wer mag ihr das verdenken?

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