Gute Wärmedämmung: Dick ist richtig und wichtig

Gute Wärmedämmung: Dick ist richtig und wichtig

Die wichtigste Grundregel für richtiges Dämmen verstehen auch Laien: „Dick ist wichtig und richtig!“ Heidegunde Mötzl, Baustoff-­Expertin am Österreichischen Institut für Baubiologie (IBO): „Egal, auf welchen Dämmstoff sich Bauherren festlegen, bei der Dicke des Dämmmaterials gibt es genaue Grundregeln. Für Niedrigenergiehäuser liegen die typischen Dämmstoffstärken im Bereich von 16 bis 25 Zentimeter für die Außenwände und rund 30 Zentimeter im Dachbereich. Im Passivhausbereich benötigt man für die Außenwände Dämmstoffstärken von 30 bis 40  Zentimeter und im Dachbereich bis zu 45 Zentimeter.“  Eine Expertensicht, die auch Georg Bursig, Geschäftsführer des Dämmstoff-Herstellers Baumit Wopfinger teilt: „Der Preisunterschied zwischen Dämmplatten mit einer Stärke von acht Zentimetern und jener von 14 Zentimetern ist nicht mehr so gravierend, der Dämmeffekt ist allerdings bei der dickeren Platte ungleich höher. Da sind rund 20 Prozent zusätzliche Ersparnis bei den Heizkosten pro Jahr bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus zu erreichen.“

 

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(c) baumit

 


Reiche Auswahl

Die Zahl der derzeit am Markt angebotenen Dämmmaterialien ist so reichhaltig wie für den Laien unübersichtlich. Ob man sich für einen Dämmstoff auf Erdölbasis, also Hartschaumplatten, Polyurethan oder Vakuumdämmplatten – oder Mineralfasern wie Mineralwolle – entscheidet oder auf Dämmsysteme, die auf natürliche Materialien wie Hanf, Schafwolle und Flachs setzt, ist eine Kostenfrage und eine der eigenen ökologischen Einstellung. Bursig: „Wichtig ist allerdings, dass man immer ein komplettes System eines Herstellers einsetzt, denn egal, worauf die Dämmung basiert, sind solche Systeme ausgetestet und in der Praxis vielfach erprobt. Der Mix von Materialien und Befestigungstechniken führt mit Sicherheit nicht zum gewünschten Energiespar-Ziel.“

Wie gut ein einzelner Baustoff dämmt, kann man auch als Laie einfach an der Wärmeleitfähigkeit feststellen. Der wird bei jedem Baustoff im Lamda-Wert angegeben. Je niedriger dieser Wert, also die Wärmeleitfähigkeit des Materials, ist, umso besser ist die Wärmedämmung. Dämmstoffe haben dabei immer einen Lamda-Wert unter 0,1. Zum Vergleich. Eine nackte, nicht verputzte Ziegelwand hat einen Lamda-Wert von 0,25 bis 1, Sichtbeton ohne Wärmedämmung gar von 2,3.

Ökologische Kriterien

Der wichtigste Umwelteffekt bei Dämmstoffen ist sicherlich die Verringerung des Heizmaterialverbrauchs und dadurch der CO2-Emissionen . Materialtechnikerin Mötzl: „Bei der Materialauswahl sind aus ökologischer Sicht Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Flachs, Hanf, Schafwolle, Kork, Holz, Stroh oder Zellulose besonders zu empfehlen. Aber auch mineralische Dämmmaterialien, etwa Mineralschaumplatten oder Mineralwolle, haben sehr gute ökologische Bewertungen.“ Bei der Wahl des Dämmmaterials können sich Laien auf alle Fälle auf das internationale Umweltzeichen „natureplus“ verlassen, denn die damit gekennzeichneten Baustoffe bestehen zu mindestens 85 Prozent aus nachwachsenden oder mineralischen Stoffen, die Dämmstoffe geben keine giftigen Stoffe in die Raumluft ab und sie wurden energiesparend hergestellt.

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