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Sommergespräch

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Bucher: "Kellernazis sind bei der FPÖ"

Es duftet nach süßem Gebäck im Verkaufslokal der Bäckerei Felber in Wiener-Josefstadt. Doch ORF-Lady Ingrid Thurnher ist nicht zum gemütlichen Kaffeeplausch hier – Montagvormittag wird das erste ORF-Sommergespräch aufgezeichnet. Thurnher zeigt keine Gnade, gibt BZÖ-Chef Josef Bucher bittere Pillen zu schlucken.

Der holt zwar beherzt zum Gegenschlag aus, doch das überzeugt Gastgeberin Doris Felber nicht. „Mir hat die Zustimmung von Herrn Bucher zur Mindestsicherung gefehlt“, sagt sie danach zu ÖSTERREICH (siehe unten). Dabei will der BZÖ-Chef gerade bei mittelständischen Unternehmen punkten.

  • Zur BZÖ-Zukunft. Dass das bei überhaupt einer Wählergruppe gelingt bezweifelt Thurnher: „Sie sind außer in Kärnten in keinem Landtag vertreten. Ist das BZÖ gescheitert?“ Bucher patzig: „Haben Sie diese Frage damals auch den Grünen gestellt? Die haben auch mehrere Anläufe gebraucht.“
  • Zu Haider-Konten: Während Bucher also optimistisch in die Zukunft blickt, wird er die Vergangenheit schwer los. Danach gefragt, was ihr spontan zum BZÖ einfällt, antwortet Felber: „Kärnten, FPÖ, Jörg Haider.“ Bucher kontert: „Ich bin wie Bundespräsident Fischer für volle Aufklärung. Aber auch darüber, für was Ex-SPÖ-Kanzler Gusenbauer 60.000 Euro Beraterhonorar von der Hypo kassiert hat. Das ist zumindest beweisbar.“
  • Zu FPÖ & Kellernazis: Eine Zusammenarbeit mit der FPÖ kommt für ihn nicht infrage; „Worüber soll man mit der FPÖ reden? Die Geschichte des Holocaust zu leugnen?“ Das veranlasst Thurnher zu der Klarstellung: „Nicht alle in der FPÖ leugnen den Holocaust.“ „Wir haben seit 2. Mai ein neues Programm. Die Kellernazis sind gut aufgehoben bei Strache, Rosenkranz und Scheuch. Wir wollen eine andere Politik“, so Bucher.
  • Zur Zuwanderung. Dabei gibt es noch immer genug Berührungspunkte. In der Frage der Zuwanderung gibt Bucher zwar zu: „Wir brauchen Zuwanderung. Bei mir arbeitet auch eine Rezeptionistin aus Ungarn.“ Aber er fordert strenge Regeln.
  • Zu Mindestsicherung. Auch bei der Mindestsicherung fordert er unisono mit der FPÖ: „Ich bin gegen die Mindestsicherung. Das ist ein falsches Signal einer staatlichen Vollkaskoversicherung.“

ÖSTERREICH: Frau Felber, hat Sie BZÖ-Chef Josef Bucher überzeugt?
Doris Felber: Es war interessant. Aber mir hat die Zustimmung von Herrn Bucher zur Mindestsicherung gefehlt. Ich kenne ja die Sorgen meiner Mitarbeiter. Das Land kann sich die paar, die keine Chance auf einen Job haben, leisten.
ÖSTERREICH: Und seine Wirtschaftspolitik?
Felber: Für mich hat er da außer Zuwanderung nicht wirklich etwas angesprochen. Er sagt zwar, wir brauchen qualifizierte Zuwanderung. Aber das ist so eine Sache. Wer entscheidet, wer qualifiziert ist? Was gilt als Qualifikation?
ÖSTERREICH: Zuwanderer sollen also nicht erst dann herein dürfen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen?
Felber: Richtig. Jeder Mensch braucht eine Chance. Wir müssen vorleben, was Österreich ausmacht. Warum wir so viele Sozialleistungen haben. Weil wir fleißig sind, weil wir gern arbeiten. Dann haben wir integrierte Zuwanderer.
ÖSTERREICH: Was sagen Sie zu den Vorwürfen gegen BZÖ-Gründer Jörg Haider?
Felber: Ehrlich: ich habe das nicht verfolgt. Aber eines ärgert mich: Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie viel 45 Mio. Euro sind. Von wo kommt dieses ganze Geld her?

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