01. Juli 2010 08:38
Ein 30-jähriger Türke ist Donnerstag früh in einer Tankstelle in Lustenau
Opfer eines Schussattentats geworden. Aus einer Gruppe von vier Tätern
feuerte ein maskierter Mann mit einer Faustfeuerwaffe in die Brust des
Mannes, der lebensgefährlich verletzt zusammenbrach. Die Vorarlberger
Kriminalisten ermitteln nach Angaben des stellvertretenden
Sicherheitsdirektors Walter Filzmaier auf Hochtouren, die vier Männer
konnten aber bisher nicht gefasst werden. Auch bezüglich des Motivs tappt
die Exekutive im Dunkeln.
Kein Raub
Der vermeintliche Raubüberfall auf die
"Avanti"-Tankstelle in der Lustenauer Bahnhofstraße stellte sich schnell als
Anschlag auf das Leben des 30-jährigen Tankstellengasts heraus. "Die Männer
haben keinerlei Handlungen in Richtung Raub gesetzt. Wir gehen von einem
gezielten Schussdelikt aus", erklärte Filzmaier. Der Schütze hatte seinen
Schuss auf den 30-Jährigen ohne Vorwarnung abgegeben.
Täter flüchtig
Die vier Männer - drei von ihnen waren
maskiert, einer trug eine Baseballmütze - betraten den Verkaufsraum der
Tankstelle gegen 0.45 Uhr. Außer dem Opfer hielten sich zu diesem Zeitpunkt
nur noch der Pächter und ein Angestellter in dem Tankstellengebäude auf. Als
der 30-Jährige aus einem mit Spielautomaten ausgestatteten Nebenraum in den
Verkaufsraum kam, schoss einer des Quartetts den Mann mit einer Pistole
nieder. Anschließend flüchteten die vier Männer zu Fuß und entkamen trotz
sofort eingeleiteter Alarmfahndung.
(c) APA/ Polizei
Filzmaier setzte hinsichtlich der Aufklärung des Verbrechens große
Hoffnungen in Erhebungen im Umfeld des 30-Jährigen, die zumindest einen
Rückschluss auf das Motiv der Täter geben sollten. "Es kommen auch laufend
Hinweise aus der Bevölkerung herein, denen wir nachgehen. Den entscheidenden
Durchbruch haben wir aber noch nicht erzielt", räumte der stellvertretende
Sicherheitsdirektor ein. Um der Männer habhaft zu werden, wurden auch Bilder
aus der Überwachungskamera der Tankstelle veröffentlicht.
Opfer in Lebensgefahr
Das Opfer, das zur Behandlung nach
Friedrichshafen ins benachbarte Deutschland geflogen wurde, befand sich
indessen weiter in Lebensgefahr. Nach Friedrichshafen wurde er gebracht,
weil es dort Spezialisten für Schussverletzungen gebe, so Filzmaier. Nähere
Auskünfte zum Gesundheitszustand des Mannes erteilte das deutsche Spital
nicht.
An der "Avanti"-Tankstelle herrschte am Donnerstagvormittag bereits
wieder Normalbetrieb. "Viele Kunden fragen natürlich danach, aber ich weiß
selber nichts", erklärte die Kassierin im Frühdienst. Der 30-Jährige sei ein
Freund und arbeite in einem nahe gelegenen Imbiss, erzählte einer der
Tankstellengäste über das Opfer. "Er kam oft nach der Arbeit in der Nacht
vorbei, trank noch einen Kaffee", so der Mann. Auch die Familie des Opfers
war Thema. "Er hat ja Kinder, zwei, glaub ich. Und eine Frau", sagte er.