464 kamen, 16 mussten zurück

In Spielfeld

© Herbert P. Oczeret

464 kamen, 16 mussten zurück

Samstagmittag an der Grenzkontrollstelle. Slowenische Seite. Es schneit leicht. Ich treffe die Familie Aleuwi aus Syrien: Vater, Mutter, zwei Kinder, zwei Mädchen. Ihr Ziel ist Deutschland. Mit dem Zug kamen sie um 11 Uhr in Šentilj an. Seit mehr als einer Woche sind sie unterwegs: Türkei, Griechenland, Kroatien, Slowenien – die übliche Balkanroute.

Kälte. Sie sind dick eingehüllt, die Mutter so erschöpft, dass sie mit dem Rollstuhl in Richtung Österreich geschoben werden muss. Die Familie weiß nichts von einer Obergrenze. Auch ist ihr nicht klar, dass nur jene einreisen dürfen, die einen Asylantrag in Österreich oder Deutschland stellen wollen.

Papiere werden gecheckt, Fingerprint abgefertigt
Ein knappes Dutzend Dolmetscher warten in der neuen Grenzabfertigungsstelle in Spielfeld auf unsere Familie. Sie fragen, woher die Familie stammt, die Papiere der Syrer werden überprüft. Außerdem werden alle Ankömmlinge durchsucht. Ihr Gepäck wird mit Metallsuchgeräten gecheckt. Interviews sind in dieser Zone unmöglich. Auch das Prozedere, wie die Identität der Flüchtlinge geprüft wird, bleibt geheim.

Armbänder
Danach geht es in einen der insgesamt 24 Container zur Registrierung. Abdrücke von insgesamt drei Fingern werden pro Hand genommen und mit den Daten im Computer verglichen.

  • Ein grünes Band bekommen jene, bei denen alles in Ordnung ist.
  • Ein gelbes Band signalisiert, dass Zweifel über die Angaben bestehen.
  • Wer ein rotes Band zugeteilt bekommt, muss zurück nach Slowenien.

Unsere Familie erhält grüne Bänder, schafft den Grenzübertritt ohne Probleme. Nach zwei Stunden sind alle Formalitäten erledigt, die Familie hat die Papiere zur Weiterreise nach Deutschland.

Rauswurf
Andere haben weniger Glück: In den ersten beiden Tagen der neuen Grenzstelle mussten 43 von 964 zurück. Am Freitag traf es 16 von 464, die abgewiesen wurden. Nur 40 stellten in den ersten beiden Tagen einen Asylantrag in Österreich. Die Samstagzahlen lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

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