760.000 Tonnen Lebensmittel im Müll

Verschwendung

760.000 Tonnen Lebensmittel im Müll

Rund 760.000 Tonnen Lebensmittel werden in Österreich jährlich weggeworfen. Die Hälfte davon wäre potenziell vermeidbar. Zu diesem Ergebnis kommt ein Lagebericht des Österreichischen Ökologie Institutes, der vom WWF und von Mutter Erde in Auftrag gegeben und am Dienstag in Wien vorgestellt wurde. Fehlende Daten zu Landwirtschaft und Produktion lassen eine noch höhere Abfallmenge vermuten.

Nicht verbraucht
Laut WWF finden sich in heimischen Restmüllbehältern rund 157.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelreste - viele davon sind noch originalverpackt oder nur teilweise verbraucht. Diese Verschwendung bedeute vor allem für die Umwelt eine enorme Belastung, da bei der Produktion von Lebensmitteln viele Ressourcen und Energie vergeudet werden.

Problem
"Wir haben eindeutig ein Problem, aber es gibt auch großes Potenzial" betonte Friederike Klein vom WWF Österreich bei der Pressekonferenz. Sie fordert deswegen eine klare politische Zuständigkeit, die sich der Thematik annimmt, und eine Strategie, mit der Lebensmittelabfälle reduziert werden können. Allem voran sei es aber nötig, Daten für Landwirtschaft, Produktion und Großhandel zu erheben, damit das tatsächliche Ausmaß der Problematik abgeschätzt werden kann. Nur dann sei es möglich, das gesamteuropäische Reduktionsziel zur Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030 zu erreichen.

89 Millionen Tonnen in der EU
Schätzungen der EU-Kommission zufolge werden in der europäischen Union innerhalb eines Jahres etwa 89 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet - das entspräche 179 Kilogramm pro Kopf. Dies stelle nicht nur ein umweltpolitisches, sondern auch ein wirtschaftliches und ein ethisches Problem dar, betonte Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin von Mutter Erde.

Mindesthaltbarkeitsdatum

Sie appellierte am Dienstag deswegen vor allem an die Konsumenten. "Wenn man Lebensmittel vorm Müll retten will, muss man sich gut Gedanken darüber machen, wie man Lebensmittel zuhause lagert", außerdem sei es wichtig bewusst einzukaufen und über Haltbarkeiten Bescheid zu wissen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum vergleicht sie mit der Garantie diverser Geräte: "Niemand kommt auf die Idee einen Fernseher wegzuwerfen, weil die Garantie ausgelaufen ist", bei Lebensmitteln sei dies jedoch gang und gäbe.

Problematisch seien auch die Sortimentwechsel im Handel, im Zuge derer es häufig zu Entsorgung von Saisonware, wie zum Beispiel den Schokoosterhasen, kommt.
 

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