Babys vertauscht: Jetzt droht Klage

Schmerzensgeld

Babys vertauscht: Jetzt droht Klage

Durch eine Blutspende hatten die Steirerin Doris Grünwald (25) und ihre vermeintliche Mutter Evelin erfahren, dass sie nicht miteinander verwandt sind. Ein DNA-Test bestätigte dann den Verdacht. Doris war 1990 als Baby auf der Geburtenstation der Grazer Uni-Klinik vertauscht worden.

Rätsel um vertauschte Babys bleibt ungeklärt

Das Spital bot darauf an, bei jenen rund 200 Frauen, die von der Verwechslung betroffen sein könnten, einen kostenlosen DNA-Test durchzuführen. 30 Frauen kamen dem Aufruf nach, doch die Tests verliefen allesamt negativ. Doris Grünwald, sie arbeitet heute als Krankenschwester in Graz, wird also nie erfahren, wer ihre leibliche Mutter ist.

Anwalt will demnächst über Klage entscheiden

Inzwischen traf bei der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes ein Schreiben des Grazer Anwalts Gunther Leodolter ein, der die 25-Jährige und ihre „Mutter“ vertritt. Inhalt: Beide Frauen und auch der Vater fordern Schadenersatz in Form von Schmerzensgeld. Kolportiert werden insgesamt 255.000 Euro. Anwalt Leodolter bestätigt dies nicht, hielte den Betrag aber für angemessen.

Das Spital selbst schließt eine außergerichtliche Einigung derzeit aus. In den nächsten Tagen will Anwalt Gunther Leodolter mit seinen Mandanten über eine zivilgerichtliche Klage sprechen. Der Fall könnte vor Gericht gehen.

Detail: Evelin Grünwald hat ihre Doris mittlerweile offiziell adoptiert.

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