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Das ist der Macheten-Amokläufer

Nach den Polizeischüssen auf einen 43-jährigen Wiener klagt jetzt die Mutter des Täters die Polizei an. Wie berichtet, waren Polizisten am Mittwoch, gegen 16.40 Uhr, vom türkischstämmigen Bewohner Turgut K. in die Lassallestraße 25 gerufen worden: Der griechischstämmige Lazarus V. habe ihn mit einem Messer bedroht.

Da V. sich laut Polizei in der Wohnung, in der er mit seiner Mutter Giannoula (65) und seiner Schwester (36) wohnt, „verschanzte“, wurde Verstärkung gerufen. Laut Polizei passierte nun Folgendes: Während Beamte der WEGA gerade das Eindringen vorbereiteten, stürmte Lazaros V. hinaus und schlug mit der stumpfen Seite einer Machete fünfmal auf Polizistin Veronika T. ein.

Die WEGA-Cops versuchten den Angreifer „mit Körperkraft zu Boden zu ringen.“ Dann wurde ein Taser, ein Elektroschocker, eingesetzt. Beides ohne Erfolg. Schließlich wurde geschossen: „Im Rahmen der Notwehr bzw. Nothilfe“, heißt es. Lazarus V. wurde mindestens dreimal getroffen (die APA berichtet von fünf Treffern). Eine der Kugeln traf eine Halsader – der 43-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt. Sein Zustand hat sich inzwischen stabilisiert.

„Wir haben nicht gehört, dass die Polizei anklopfte“
Die Mutter des Angeschossenen, die 65-jährige Giannoula V., widerspricht den Angaben der Polizei. In ihrer Einvernahme und auch im ÖSTERREICH-Interview schildert die gebürtige Griechin – die seit 1967 in Wien wohnt: Nach dem Streit im Stiegenhaus (bei dem K. ihr mit einem Stock gedroht haben soll – siehe Interview) seien sie und ihr Sohn in ihre Wohnung zurück.

Dass etwas später die Polizei anklopfte, habe sie zunächst nicht gehört: „Ich habe gedöst, Lazarus saß in seinem Zimmer am Computer, mit Kopfhörern.“ Schließlich habe sie den Sohn zur Tür geschickt. Verwirrt glaubte Lazarus V. offenbar, falsche Polizisten vor sich zu haben. „Er hatte plötzlich ein großes Messer in der Hand, das ich noch nie gesehen habe“, sagt Giannoula V. Damit sei er in den Gang hinausgegangen, während sie in der Tür gestanden sei.

Bundesamt für Korruptions-bekämpfung ermittelt jetzt
„Plötzlich sah ich, wie die Polizisten auf ihn geschossen haben, Lazarus ist wie ein Hund zu Boden gefallen.“ Er habe die Beamten jedoch nie angegriffen: „Er war zu weit von ihnen entfernt, und er hat das Messer nur neben sich gehalten.“ Mario Hejl von der Polizei dementiert die Version der Frau: „Die Mutter war zum Zeitpunkt des Geschehens in der Wohnung, nicht im Stiegenhaus.“ Zudem habe die angegriffene Beamtin ja Verletzungen erlitten: „Fünf striemenartige Quetschungen an der Schulter.“

Die Schussabgabe wird nun untersucht, vier WEGA-Beamte wurden vom Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) verhört.

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