Der Winter war kalt und schneearm

In Österreich

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Der Winter war kalt und schneearm

Unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen in weiten Teilen Österreichs und eisige Temperaturen im Osten des Landes - so hat sich der kalte und schneearme Winter 2010/11 präsentiert. Aber auch frühlingshafte Grade, eine für Wiener Verhältnisse große Menge der weißen Pracht zu Beginn der Adventzeit und ein Starkregenereignis mit bis zu 112 Millimetern innerhalb von 24 Stunden prägten die Monate Dezember, Jänner und Februar. Das berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Freitag.

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Ende Februar stöhnten viele Bewohner im Osten unter anhaltend tiefen Temperaturen. Nach den Auswertungen der ZAMG war es die Bevölkerung in den entsprechenden Bundesländern, die im Winter die größten negativen Abweichungen von bis zu -1,7 Grad Celsius ertragen musste. Die vergangenen drei Monate brachten zwischen Salzburg und Eisenstadt Temperaturabweichungen zwischen minus ein und minus 1,7 Grad, wobei es in den erhöhten Lagen wie am Semmering relativ am kältesten war. Weiter nach Süden und Westen bewegten sich die Temperaturen im meteorologischen Winter, der am Montag endet, im Bereich der vieljährigen Mittelwerte.

Nur selten zu warm
Etwas zu warm war es in den vergangenen Monaten nur in Oberkärnten und Osttirol, wo positive Abweichungen von bis zu 1,4 Grad (Lienz) registriert wurden. Nach einem kalten Start im Dezember setzte pünktlich zu Weihnachten kräftiges Tauwetter ein. In weiterer Folge wechselten winterliche mit frühlingshaften Temperaturen im 14 Tage-Rhythmus. Sowohl Mitte Jänner als auch Anfang Februar gab es ausgesprochen hohe Temperaturen. Mit 20,6 Grad wurde am 7. Februar in Pottschach und Reichenau/Rax (beide Niederösterreich) der Höchstwert des Winter 2010/11 registriert. Am anderen Ende der Skala stand Tannheim (Tirol) mit minus 22,6 Grad am 23. Jänner.

Bis zu 28 Zentimeter hoch lag Schnee Anfang Dezember auf der Hohen Warte in Wien. Auch im Süden wurden beachtliche Mengen gemessen: in Villach (Kärnten) 57 Zentimeter und in Graz rund 30 Zentimeter. Mit dem Weihnachtstauwetter musste aber in den meisten Tallagen die weiße Pracht wieder weichen. Erste Ende Jänner kam es besonders im Salzkammergut zu kräftigen Schneefällen. In Bad Aussee erreichte die Decke eine maximale Höhe von 90 Zentimetern.Deutlich weniger Schnee als im langjährigen Mittel fiel hingegen am Arlberg. Mit rund 80 Zentimetern wurden die durchschnittlichen maximalen Höhen von 125 Zentimetern deutlich unterschritten. Und um den 19. Februar lag selbst im sonst so schneereichen Langen am Arlberg keine geschlossene Decke mehr. Auch im Hochgebirge machte sich der Schnee im Hochwinter eher rar. Erst Ende Februar sorgte eine anhaltende Nord- bis Nordwestströmung für Schneefälle zwischen Arlberg und den Hohen Tauern.

Unterdurchschnittliche Regenmengen

Über den gesamten Winter ergaben sich für weite Teile Österreichs unterdurchschnittliche Regenmengen. In einem weiten Bogen vom Innviertel über Wien und das Nordburgenland bis nach Süden ins Murtal lagen die Niederschlagssummen zwischen 40 und 80 Prozent des vieljährigen Mittels. In weiten Teilen von Kärnten, Tirol und Vorarlberg wurden durchschnittliche Niederschlagsmengen gemessen. Der Dezember war dominiert von Süd- und Südwestwetterlagen, während im Jänner und Februar Nord- und Nordwestwetterlagen überwogen. Eine dieser Nordwestwetterlagen brachte um den 13. Jänner im Nordstau rekordverdächtige Regenmengen. In Kössen (Tirol) fielen binnen 48 Stunden 161 Millimeter, in Mondsee wurde mit knapp 89 Millimeter ein neuer Bestwert für Jänner erreicht.

Neben den Starkniederschlagsereignissen kam es aber auch zu ausgeprägten Trockenperioden. So wurde in Innsbruck über 24 Tage (27. Jänner bis 19. Februar) kein Niederschlag registriert. Die allgemein regenärmste Region im Winter fand sich in Niederösterreich: In Langenlois fielen zwischen Anfang Dezember und Ende Februar nur 24 Millimeter.

Feldkirch am sonnigsten

Die relativ gesehen sonnigste Region im Winter war Feldkirch (Vorarlberg) mit 270 Sonnenstunden. Am absolut längsten zeigte sich die Sonne am Schöckl (Steiermark) mit 386 Stunden. Allgemein wurden in Österreich verbreitet zwischen 90 und 110 Prozent der durchschnittlichen Sonnenscheindauer erreicht.

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