Gerlinde Kaltenbrunner kehrt zu Todesberg zurück

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Gerlinde Kaltenbrunner kehrt zu Todesberg zurück

Die oberösterreichische Alpinistin kehrt zum Dhaulagiri nach Nepal zurück. Sie bricht am kommenden Montag in Richtung Himalaya auf, um jenen 8.167 Meter hohen Berg zu besteigen, auf dem sie vor einem Jahr bei einem Lawinenunglück beinahe ums Leben gekommen wäre. "Ich hoffe, dass ich dieses Mal hinauf darf", gab sich die 37-Jährige optimistisch.

Erster Gipfelversuch Anfang Mai
Seit Wochen laufen die Vorbereitungen in ihrer Schwarzwälder Wahlheimat auf Hochtouren, mehr als 100 Kilogramm Gepäck sind bereits auf dem Weg nach Kathmandu. In einem Zweierteam, zusammen mit ihrem Bergsteigerkollegen und Kameramann David Göttler, will Kaltenbrunner den Eisriesen besteigen. Auf dem Weg ins Basislager steht zunächst ein neuntägiger Fußmarsch auf dem Programm, dann die Akklimatisation am Berg. Ende April, Anfang Mai soll der erste Gipfelversuch erfolgen.

"Geschehnisse verarbeitet"
Die schrecklichen Erlebnisse vom vergangenen Mai, als eine Schneelawine die Extrembergsteigerin im Lager II auf 6.650 Meter verschüttete, hat Kaltenbrunner mittlerweile verarbeitet. Damals waren zwei Spanier ums Leben gekommen, die gelernte Krankenschwester konnte sich mit viel Glück selbst aus den Schneemassen graben. "Die Geschehnisse habe ich verarbeitet. Aber wie es mir tatsächlich geht, wenn ich dann dort bin, kann ich nicht sagen. Grundsätzlich bin ich schon sehr positiv gestimmt", so Kaltenbrunner.

Übernachtet nicht im Lager II
Als ihren Schicksalsberg betrachtet die Oberösterreicherin den Dhaulagiri jedoch nicht. "Das wird halt immer wieder so dargestellt, aber ich sehe das nicht so. Ich hatte großes Glück, großen Beistand, das war es für mich auch schon." Übernachten wird sie im Lager II allerdings nicht mehr.

Elfter Achttausender
Der Dhaulagiri ist der siebthöchste Berg der Erde, Kaltenbrunner kennt seine Tücken nur zu gut: "Er ist sehr wetteranfällig und - was Steinschlag und Lawinen betrifft - sehr, sehr gefährlich." Sollte der Gipfelsieg diesmal gelingen, wäre es ihr elfter Achttausender. Dann würden nur noch Lhotse, K2 und Mount Everest fehlen.

Der 8.516 Meter hohe Lhotse zwischen Nepal und China könnte für Kaltenbrunner Ende Mai noch ein Thema werden, und zwar gemeinsam mit ihrem deutschen Ehemann Ralf Dujmovits, der zuvor am Makalu (8.463 m) unterwegs ist. "Wenn alles gut klappt, dann treffen wir uns vielleicht hinterher noch am Lhotse. Die Genehmigung haben wir dafür", so die Alpinistin. Vor zwei Jahren ist das kletternde Ehepaar bereits gut 100 Meter unter dem Lhotse-Gipfel gestanden, wo sie von schlechten Schneeverhältnissen gestoppt worden. Auch den K2 hat die 37-Jährige für Sommer noch ins Visier genommen.

Doch bevor es auf die Berge geht, sind Kaltenbrunner und ihr Mann in Kathmandu noch in einer anderen Mission unterwegs. "Wir haben geplant, uns dort ein Grundstück anzuschauen, weil wir gern gemeinsam mit der Nepalhilfe eine Schule realisieren möchten", zeigt die Österreicherin nicht nur ein Herz für die Berge, sondern auch für die dortige Bevölkerung.

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