Kampfhund beißt Kind ins Koma

Salzburg

Kampfhund beißt Kind ins Koma

Das wichtigste zuerst: „Amelie ist außer Lebensgefahr“, sagt ihr Opa Johann Reifberger zu ÖSTERREICH und drückt ihren Bruder Sebastian (7) an sich. Die Kinder waren am Freitag in Wals gegen 18 Uhr von ihrem Garten aus wie so oft über die niedrige Betonmauer auf das Nachbargrundstück geklettert, um dort mit dem sechsjährigen Dackel Chester zu spielen. „Ich habe Wäsche aufgehängt, auf einmal habe ich die Hunde gehört. Dass das Kind drunter liegt, habe ich zuerst gar nicht gesehen“, sagt Nachbarin Andrea G.

Blutrausch. Der dreijäh­rige Rottweiler-Rüde des zweiten Nachbarn Manfred F. (41) war plötzlich in Blutrausch geraten, durch eine Thujenhecke samt Maschendrahtzaun gesprungen und auf die Kinder losgegangen. Florian rettete sich mit einem Sprung auf die Gartenmauer. Amelie konnte nicht fliehen. Der Hund riss Amelie ein 20 mal fünf Zentimeter großes Stück Kopfhaut herunter und biss sie ins Gesicht und Genick, bevor ihn der Besitzer zurückriss.

Der Notarzt war rasch zur Stelle. Amelie stand unter Schock, war aber ansprechbar. Nachbar Otmar G. fand den Hautlappen und gab ihn den Polizisten Franz Leikermoser und Robert Aigner: „Wir haben ihn in ein Tupper-Geschirr mit Eis gelegt und sind sofort ins Landeskrankenhaus gerast.“

Not-OP. Dort nähte ein Team unter dem plastischen Chirurgen Manfred Schubert die Haut wieder an. Erst in wenigen Tagen wird feststehen, ob es eine Abstoßungsreaktion gibt. Amelie bleibt vorerst im künstlichen Koma.

Der Hund, der derzeit im Tierheim ist, soll eingeschläfert werden. „Das hoffe ich“, sagt Bürgermeister Ludwig Bieringer (ÖVP): „Sonst helfen wir nach.“

 

"Dieser Hund ist eine Waffe"

Amelies Mutter Anna Reifberger, Karatekämpferin und Medaillengewinnerin, lebt mit ihren Kindern und Eltern in einem Haus. ÖSTERREICH sprach mit Amelies Opa.

ÖSTERREICH: Wie geht es denn Ihrer Enkelin jetzt?

Johann Reifberger: Sie ist außer Lebensgefahr und im künstlichen Tiefschlaf. Jetzt müssen wir abwarten, ob es zu Komplikationen kommt.

ÖSTERREICH: Amelies Bruder Sebastian war Zeuge?

Reifberger: Ja, er hat das mit ansehen müssen. Er spricht aber nicht dar­über, und ich will jetzt nicht drängen. Das bisschen, was er sagt, schreibe ich aber alles auf. Und heute hat Sebastian schon geschaut, ob der große schwarze Hund wieder da ist.

ÖSTERREICH: Wie gehen Sie mit dem Vorfall um?

Reifberger: Selbst tut man alles, damit nichts passiert. Ich habe Bäume gefällt, damit sie nicht auf die Nachbarn fallen, und dann hält sich jemand eine Waffe. Die Leute denken einfach nicht nach.

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