26. Juli 2010 21:56
Dieser spektakuläre Fall zeigt, wie die Autoschieber-Mafia ihre Beute
ungeniert in den Osten bis hin nach Weißrussland oder in das Baltikum
verfrachten. Doch das NÖ-Landeskriminalamt kennt mittlerweile die Routen,
und außerdem wurde in der Nacht von 20. auf 21. Juni das Navi-Signal eines
in Langenzersdorf gestohlenen BMW 530xi Touring geortet – in Tschechien. Der
70.000-Euro-Allradler war schnurstracks auf dem Weg nach Niederschlesien.
Die Niederösterreicher alarmierten die tschechischen Kollegen und das
Bundeskriminalamt über das Sirene-Büro der polnischen Polizei. Und die
Info-Kette funktionierte perfekt.
Kurz vor der Grenze nach Poreba konnte der Touring dann ausgemacht werden:
Er fuhr im Konvoi mit einem zweiten teuren (und vermutlich im Westen
gestohlenen BMW) und als dritter im Bunde war ein VW-LT-Lieferwagen
unterwegs, der auch verdächtig war. Der Konvoi wurde gestoppt.
Festnahme
Die PS-starken BMWs konnten die Straßensperre umfahren
und rasten die Straße nach Poreba. Weit kamen sie allerdings nicht. Die zwei
Fahrer, Daniel S. (29) und Robert W. (39), beides polnische Staatsbürger,
wurden geschnappt.
Der Chauffeur des Lieferwagens (der 36-jährige Pole Norbert K.) hechtete aus
dem VW und wollte zu Fuß über die Felder flüchten. Doch auch er ging ins
Netz. Als die Beamten den Kleintransporter überprüften, staunten sie nicht
schlecht: Im Laderaum waren fünf in Wien und NÖ gestohlene Motorräder: zwei
Kawasaki (eine Z100 und eine Z550), eine BMW R1200, eine Suzuki GSX R600 und
eine KTM Duke. Gesamtwert der Bikes: 50.000 Euro. Die KFZ-Diebe wurden über
EU-Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Korneuburg festgenommen und sitzen
derzeit in Auslieferungshaft. Übrigens: Der Vater eines Verdächtigen wurde
im Mai in Österreich in einem gestohlenen BMW X5 gestellt.