Süchtiger stirbt vor Augen der Mutter

Burgenland

© dpa/A3386 Uli Deck

Süchtiger stirbt vor Augen der Mutter

Ein 43-jähriger Drogenabhängiger ist am Donnerstag im Südburgenland unter tragischen Umständen an einer Überdosis verstorben. Die Mutter des Mannes hatte ihn noch zusammenbrechen sehen, konnte jedoch aufgrund ihres hohen Alters keine Rettung mit dem Mobiltelefon rufen. Erst ein Freund des Burgenländers, der ihn Stunden später abholen wollte, alarmierte die Einsatzkräfte. Der Arzt konnte jedoch nur noch den Tod feststellen. Erst Ende Jänner starb eine Süchtige in der selben Stadt.

Methadon-Programm
Der Mann dürfte gemeinsam mit seiner 84-jährigen Mutter in einem gemeinsamen Haushalt in Pinkafeld (Bezirk Oberwart) gelebt und seit Jahren ein Drogenproblem gehabt haben. Deshalb befand er sich auch in einem Methadon-Programm, so die Polizei. In der Nacht auf Donnerstag brach der 43-Jährige laut seiner Mutter gegen 3.00 Uhr zusammen. Die betagte Frau konnte jedoch kein Handy bedienen und wusste ihm auch nicht anders zu helfen.

Hilfe zu spät
Erst gegen 7.00 Uhr kam ein Freund des Süchtigen vorbei. Dieser begann sofort mit der Ersten Hilfe. Fast zeitgleich trafen auch Mitarbeiter der Caritas ein, die sich täglich um den Mann kümmerten. Auch sie versuchten das Leben des Pinkafelders zu retten. Der eintreffende Arzt konnte schließlich nur noch den Tod des Mannes feststellen. Eine Obduktion wurde angeordnet.

Bei der Durchsuchung seiner Räumlichkeiten entdeckten die Beamten des Landeskriminalamt Burgenland mehrere leere Methadon-Fläschchen und weitere Medikamente. Außerdem dürfte der 43-Jährige Substitol-Tabletten aufgekocht und sich die Lösung zusätzlich injiziert haben.

Bereits Ende Jänner war eine 27-jährige Frau aus Pinkafeld nach dem Konsum von Drogen und Alkohol gestorben. Norbert Hofer, FP-Abgeordneter zum Nationalrat, drängte deshalb darauf, dass sich Parteien, Jugendorganisationen, Vereine und Exekutive in Pinkafeld zu einer Arbeitssitzung treffen sollten. Maßnahmen müssten vorgenommen werden, um Kinder, deren Eltern auf die gute Ausbildung in der Fachhochschulstadt vertrauen, vor der Gefahr durch Drogen zu schützen.

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