Wien baut

Totenacker

© APA/ Konrad und Segerer Architekten

Wien baut "Friedhof der Kuscheltiere"

Friedhof der Kuscheltiere in Simmering: Wien erhält sein erstes Gräberfeld für Haustiere. Ab November 2011 können trauernde Besitzer von Hund, Katz und Co. ihre verstorbenen Lieblinge dort beisetzen lassen. Die parkähnliche Anlage wird gegenüber dem Zentralfriedhof, Höhe Tor 2, entstehen. Gleichzeitig ersetzt die Stadt das in die Jahre gekommene Tierkrematorium durch einen Neubau. Im Beisein von Tierschutzstadträtin Ulli Sima (S) erfolgte am Mittwoch der Spatenstich.

Der tierische Totenacker bietet die Möglichkeit, die entschlafenen Freunde nicht nur in Urnen-, sondern auch in Erdgräbern - also unkremiert - zu bestatten. Auf zunächst 2.500 Quadratmetern werden mehrere hundert letzte Ruhestätten in unterschiedlicher Größe und für beide Bestattungsarten angelegt. Außerdem sollen Verabschiedungsräume errichtet werden. Begräbnis-Komplettpakete werden ab rund 180 Euro zu haben sein, hieß es heute. Gebaut und betrieben wird die Anlage von der Tierfriedhof Wien GmbH.

Tierkrematorium wird erneuert
Gleichzeitig wird das Tierkrematorium an der Albener Hafenzufahrtsstraße erneuert. Dafür werden rund 700.000 Euro in die Hand genommen. Das bestehende Gebäude wurde 1992 errichtet und wird bis zur Eröffnung des Nachfolgers, der von der EBS Tierkörperbeseitigung am gleichen Gelände hochgezogen wird, in Betrieb sein. Kosten für den Bau wurden noch nicht bekanntgegeben.

Derzeit nutzen jährlich rund 1.000 Wiener das Angebot, wobei die verblichenen Haustiere bei rund 750 Grad eingeäschert werden. Dabei bietet die Wiener Tierkrematorium GmbH, die als Betreiber fungiert, eine Reihe von Serviceleistungen an. So stehen etwa eine breite Palette an Urnen - vom "Pfötchen"-Modell bis zum bunten Keramikgefäß in Katzenform - zur Auswahl.

Versprechen für den letzten Weg
Außerdem wird Tierfreunden auf der Homepage http://www.wtk.at versprochen, dass ihr verstorbener Liebling nicht mit anderen Tierkörpern in Berührung kommt und deshalb bis zu seinem letzten Weg "einzeln in einem Kühlschlafraum" aufbewahrt wird. Zusätzlich gibt es im jetzigen Gebäude einen Raum, in dem das Tier auf Wunsch hinter einer Glasscheibe und mit Blumen geschmückt aufgebahrt wird, damit die Trauernden in Ruhe Abschied nehmen können.

Die Kremierungskosten bemessen sich übrigens am Gewicht des Tiers. Die Spannweite reicht von 72 Euro (bis zwei Kilo) bis zu 498 Euro (ab 51 Kilo). Will man die Asche nicht beerdigen, kann diese auch in einer Urne oder einem selbst mitgebrachten Gefäß mit nach Hause genommen werden.

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