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Zollfahndung beschlagnahmte 50 Papageien

Die Zollfahndung Niederösterreich hat im Weinviertel 50 artgeschützte Papageien beschlagnahmt. Der Verdacht, dass die Tiere widerrechtlich eingeführt und gehalten wurden, habe sich im Zuge der Ermittlungen erhärtet, berichtete das Zollamt St. Pölten Krems Wiener Neustadt am Dienstag. Die Papageien waren in einer umgebauten Lagerhalle in Volieren gehalten worden.

Internationale Ermittlungen dauern an
Zu der Beschlagnahme war es bereits im März gekommen. Die internationalen Ermittlungen in dem Fall sind laut Zoll jedoch nach wie vor im Gang. Die Papageien befänden sich derzeit in artgerechter Haltung. Sollte am Ende des Verfahrens der Verfall der Vögel ausgesprochen werden, habe das Landwirtschaftsministerium über deren weiteren Verbleib zu entscheiden.

Die Ermittlungen würden das mutmaßliche Ausmaß des vorliegenden Falles aufzeigen, teilte der Zoll mit. So seien die Eier von besonders seltenen und daher auch nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen international geschützten Papageien von Brasilien nach Portugal geschmuggelt worden und die Tiere nach dem Schlüpfen dort auch aufgezogen worden. Zwischenzeitlich sollen die Verdächtigen die erforderlichen artenschutzrechtlichen Genehmigungen besorgt haben, indem sie Genehmigungen verstorbener Vögel samt den Ringen oder implantierten Chips ankauften und den Jungpapageien zuordneten.

Überwachungsbehörden getäuscht
So sei es den Beschuldigten gelungen, die Überwachungsbehörden auch bei diversen Stichproben in den vergangenen Jahren zu täuschen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte dies erst die Spitze eines Eisberges sein, "denn es scheint, als würde sich der illegale Vogelhandel auf halb Europa ausdehnen", berichtete der Zoll.

Auch Hinweisen auf den illegalen Besitz von Lear-Aras im europäischen Raum werde derzeit in Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden nachgegangen. Diese äußerst seltene Papageienart hat ihren natürlichen Lebensraum in einem sehr begrenzten Gebiet in Brasilien. Die Population dieser Vögel in freier Wildnis liegt Zollangaben zufolge unter 1.000 Exemplaren. Derart seltene Tiere würden auf dem Schwarzmarkt mit 50.000 Euro und mehr gehandelt.

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