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Zweiter Prozesstag: Zeugen sagten aus

Arsen-Morde

Zweiter Prozesstag: Zeugen sagten aus

Seiten: 12

Nach der Bekannten von Herbert A. haben am Mittwoch weitere Zeugen von ihrer Kenntnis der Beziehung des 68-Jährigen zur Angeklagten berichtet. Ein Nachbar (64) hatte ab und zu mit ihm Wein getrunken und geplaudert, auch noch nach dem Tod seiner Ehefrau. Dann sei A. glücklich gewesen, wieder eine polnische Frau an seiner Seite zu haben.

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Zweiter Prozesstag: Heute sagt Familie aus.

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Der Zeuge traf den 68-Jährigen das letzte Mal acht, neun Monate vor dessen Tod. Die 52-Jährige habe offenbar den weiteren Kontakt verhindern wollen, meinte er. Probleme in der Nachbarschaft - weshalb sich A. nach Darstellung der Angeklagten sogar eine Pistole besorgen wollte - waren ihm nicht bekannt. Er sei kein Psychologe, meinte der Zeuge, aber nach seiner Einschätzung dürfte der Ausländerhass des 68-Jährigen das Verhältnis zur Tochter getrübt und die Familie entzweit haben, weshalb er sehr einsam war. A. sein kein Angeber gewesen, habe aber "gut und schön" gelebt, sagte der Zeuge auf Verteidigerfrage zu den Vermögensverhältnissen. Wenn man Kontakt zu solchen Frauen habe, brauche man ja Geld, meinte der Nachbar.

Wiener war nach Tod der Frau unglücklich
Die Hausärztin bestätigte, dass der Wiener nach dem Tod seiner Frau sehr unglücklich war. Er habe erklärt, nicht allein leben zu können, und wollte - wieder - eine polnische Frau. A., der diverse Leiden hatte, im Herbst 2009 im medizinischen Sinn aber nicht pflegebedürftig war, habe ihr auch von seinem Alkoholproblem berichtet, sei aber kein Alkoholiker gewesen, und sich "wegen seiner neuen Freundin" im Dezember 2009 ein Potenzmittel verschreiben lassen. Sie habe die 52-Jährige dann kennengelernt, als A. sie auf seine Kosten bei ihr impfen ließ. Der Ärztin zufolge entwickelte sich bei ihrem Patienten dann eine Schwäche in den Beinen, weshalb sie ihn zur Abklärung ins Spital schickte.

Diashow Prozess gegen Arsen-Witwe

Prozess gegen Arsen-Witwe

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Dem Notar, mit dem im April 2010 der Schenkungsvertrag für die Wohnung (mit Veräußerungsverbot und Wohnrecht) abgewickelt wurde, sagte A., die Polin sei "die beste Frau, die er je gehabt" habe. Aufgrund des schlechten gesundheitlichen Zustandes des - im Bett liegenden - Klienten habe er diesen Satz in Bezug auf Pflege verstanden, sagte der Zeuge. Die 52-Jährige habe den Inhalt des Vertrages verstanden, sonst hätte er einen Dolmetsch zugezogen. Er habe A. auf den Schenkungspflichtteil aufmerksam gemacht, worauf dieser erklärt habe, seine Tochter werde eh seinen Mercedes - laut dem Nachbarn in einem "Super-Zustand" - bekommen. Jedenfalls habe A. in der Folge drei Mal in der Woche angerufen und auf eine rasche Abwicklung gedrängt. Im September erfolgte die Grundbucheintragung.

Partner-Inserat
Die Hausbesorgerin wusste ebenfalls davon, dass A. ein Partner-Inserat in einer polnischen Zeitung aufgegeben hatte. Als es ihm dann dem Vernehmen nach schlecht ging, habe die Angeklagte ihre Nachfragen abgeblockt mit dem Hinweis, er sei im Spital. Zu diesem Zeitpunkt sei der Sohn der 52-Jährigen sehr oft da gewesen.

Die Angeklagte dementiert, eine Liebesbeziehung zu ihren Opfern gehabt zu haben. Der Staatsanwalt bezweifelt dies. Er stützt sich dabei auf die Aussagen der Zeugen.

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Auch Ehemann sagte aus
Auch der Mann der Beschuldigten, der laut der Richterin ebenfalls in einem Punkt der Anklageschrift vorkommt, wollte aussagen. Er bestätigte, drei Mal bei Herbert A., dem laut Anklage ersten Opfer, in Wien gewesen zu sein, "um seine Frau zu besuchen". Er habe sich mit seinem vollen Namen vorgestellt und mit seiner Frau in einem Zimmer geschlafen.

Wie viel sie dort verdiente, habe ihn nicht interessiert: "Ich wollte sie nicht kontrollieren." Er glaube nicht, dass sie etwas für die Pflege verlangt habe. Die Richterin wunderte sich, dass die 52-Jährige ins Ausland ging, um Geld für die Familie zu verdienen, dann aber nur - nach ihrer Aussage - Kost und Logis bei dem Wiener hatte, aber nichts für die Pflege gefordert haben soll.

Seine Frau habe ihn darüber informiert, dass der 68-Jährige sein Auto verkaufen wolle, sagte der 51-Jährige. Der Mann habe das Geld gebraucht, um, wie er selbst erwähnt habe, sein Begräbnis abzusichern. Beim Geschäftsabschluss im Mai in der Wohnung unterschrieb er den Kaufvertrag und übergab ihm 6.000 Euro, erklärte der Pole. Er glaube sich zu erinnern, dass der Kilometerstand über 200.000 lag, außerdem sei u.a. das Getriebe beschädigt gewesen. Laut Vorhalt von Staatsanwältin Susanne Waidecker hatte der Mercedes noch einen Wert von 14.000 Euro.

Er räumte ein, nicht gewusst zu haben, dass die 52-Jährige vom nächsten Pflegebefohlenen Geld erhalten hatte. Dass seine Frau bei fremden Männern wohnte, habe ihn nicht gestört, sagte er auf Frage der Anklägerin. Zu Alois F. habe er keinen Kontakt gehabt. Er hatte nicht den Eindruck, dass seine Frau dessen Lebensgefährtin war, außerdem habe er ihr vertraut, meinte er auf Verteidigerfrage. Arsen könne man sicher nicht einfach so in Polen kaufen, er habe sich nie dafür interessiert, und vom Internet habe er keine Ahnung.

Auf Seite 2 der Liveticker vom Prozesstag

Autor: (abs)
Seiten: 12
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