08. Dezember 2008 21:16
Fast auf den Tag genau vor zwei Monaten, in der Nacht vom 10. auf 11.
Oktober, kam Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider bei einem Verkehrsunfall
ums Leben. Genau 60 Tage danach ist das Land noch immer nicht zur Ruhe
gekommen. Täglich wird das Lichtermeer an der Unfallstelle größer, die
Anteilnahme reißt nicht ab. Neben Kerzen, privaten Bildern und Briefen
versuchen aber auch einige, ihre Zweifel an der offiziellen Unfallursache zu
veranschaulichen.
Lauter offene Fragen
In roten Großbuchstaben steht auf einem
der Plakate – angelehnt an die heimliche Hymne Kärntens "Is schon still uman
See" – geschrieben: „Is zu still uman See. Kärnten will die Wahrheit. Lauter
offene Fragen. Wir haben ein Recht auf Antworten.“
Das Plakat ist der beste Beweis: Viele Kärntner haben nach wie vor Zweifel
an der offiziellen Unfallursache. „Wir haben das Unfallwrack angekauft und
an einen sicheren Ort gebracht. Von angeblichen Einschusslöchern in der
Karosserie kann keine Rede sein,“ versuchte Haider-Nachfolger Gerhard
Dörfler bereits kurz nach dem Unfall die Theorien zu entschärfen.
Abgelenkt
Trotzdem halten sich hartnäckig Gerüchte rund um
Haiders Tod. Immer noch nicht verstummt sind etwa Vermutungen, Haider habe
während der Fahrt eine SMS geschrieben und sei so abgelenkt worden.
Eine weitere Theorie: Haider sollen im Klagenfurter Lokal Stadtkrämer
K.o.-Tropfen eingeflößt worden sein. Erst vor einigen Tagen erklärte im
ORF-Radio eine Anruferin, die eigentlich an einem Quiz teilnehmen wollte und
live zugeschaltet war: „Haider wurde ermordet.“ Sie wurde vom Moderator
sanft, aber bestimmt aus der Leitung „gekippt“.
Seitens der Staatsanwaltschaft Klagenfurt ist der Fall mittlerweile geklärt
und der Akt inzwischen geschlossen. Offizielle Unfallursache: Der stark
alkoholisierte Haider war viel zu schnell unterwegs.
Foto: (c) Raunig / TZ Österreich