Angriff war

Tod im Merkur-Markt

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Angriff war "lebensbedrohlich"

Nach dem Einbruch in den Kremser Merkur-Markt am Mittwoch, bei dem der 14-jährige Florian getötet und ein seit Sonntag 17-Jähriger durch Oberschenkeldurchschüsse schwer verletzt worden ist, geht die Polizei vorerst von drei Tätern aus. Der am Freitagabend festgenommene Rumäne ist in die Justizanstalt Krems eingeliefert worden. Der 28-Jährige und der Jugendliche belasten einander.

Polizisten bleiben bei Notwehr
"Sie haben sich in Notwehr verteidigt", sagt Hans-Rainer Rienmüller, der Rechtsanwalt der beiden Polizeibeamten, die die drei Schüsse abgegeben hatten. Die Frau und der Mann hätten übereinstimmend angegeben, von mehreren vermummten Tätern angegriffen worden zu sein. Der nun 17-Jährige hatte dagegen ausgesagt, dass gefeuert worden sei, als er und Florian flüchten wollten.

"Angriff war lebensbedrohlich"
Wie Rienmüller im Gespräch mit dem ORF NÖ ausführte, hätten die Verdächtigen Kapuzen getragen. Die Beamten hätten nur Augen erkennen können. Sie seien mit einer Stich- und einer Schlagwaffe attackiert worden. Am Mittwoch hatte der Staatsanwalt von einem Schraubenzieher und einer Gartenharke gesprochen. Der "sehr dynamische Angriff" sei "lebensbedrohlich" gewesen, so der Anwalt.

Notlicht und Taschenlampe
Rienmüller bestätigte, dass der Angriff in einem Nebengang des Supermarktes stattgefunden habe, der mit Notbeleuchtung ausgestattet sei. Die Beamten seien mit Taschenlampen ausgerüstet gewesen.

Zweiter Einbruchsversuch
Der Einbruch erfolgte im zweiten Versuch. Nach einem ersten Anlauf fuhren die Täter zunächst weg, um festzustellen, ob Alarm ausgelöst worden war. Weil das nicht der Fall war, kehrten sie zurück und drangen in den Supermarkt ein. Der 17-Jährige belastet den Rumänen, mit ihm und Florian im Auto unterwegs gewesen zu sein. Er bezichtigt ihn der Beitragstäterschaft. Im Gegenzug belastet der 28-Jährige, der mit dem Fall Merkur-Markt nichts zu tun haben will, den Jugendlichen dahingehend, zuletzt bei drei Einbruchsdiebstählen dabei gewesen zu sein.

Die Polizei geht derzeit von drei Tätern aus. Weitere Beteiligte sind dennoch nicht ausgeschlossen.

Vorgehen nicht "vorwerfbar"
Die Annahme der Beamten, dass im Supermarkt war, ist für die Exekutive realistisch. Immerhin gibt es an die 5.000 Fehlarme pro Jahr in Niederösterreich. Wenn von außen kein Einbruch feststellbar ist, "ist das Vorgehen der Beamten üblich und sicherlich nicht vorwerfbar". Es stehe außerdem objektiv fest, dass die beiden von den Schüssen getroffenen Verdächtigen größer sind bzw. waren als die Polizisten, die eingeschritten seien. Die Frau und der Mann würden auch weiterhin psychologisch betreut.

"Demo gegen Polizeimorde"
Etwa 60 Personen haben am späten Sonntagnachmittag in der City der niederösterreichischen Bezirksstadt demonstriert. Der Aufruf zu der Kundgebung unter dem Motto "Demo gegen Polizeimorde" war aus Wien gekommen. Die Teilnehmer hatten sich am Bahnhof gesammelt, ehe sie über die Ringstraße in die Kremser Altstadt marschierten.

30 Personen waren per Zug aus Wien angereist. Etwa ebenso viele Teilnehmer an der Kundgebung stellten Kremser Jugendliche aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des 14-Jährigen. Der Marsch in die Innenstadt verlief ohne Zwischenfälle.

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