Angeklagte stach aus Ekel zu

Fuß-Sex am Parkplatz

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Angeklagte stach aus Ekel zu

Nach der Messerattacke auf einen 28-jährigen Mühlviertler im vergangenen November hat sich am Dienstag eine 19-jährige Oberösterreicherin wegen Mordversuchs vor dem Landesgericht Linz verantworten müssen. Sie gibt zu, den Fußfetischisten angegriffen zu haben - aus Ekel, wie sie sagte.

Fuß-Sex auf Parkplatz
Eine Freundin der Angeklagten habe sich mit dem späteren Opfer am Parkplatz eines Einkaufszentrums im Linzer Umland zum Fuß-Sex verabredet, so der Staatsanwalt. Die 19-Jährige habe sie begleitet. Während ihre Bekannte mit dem Mann noch über den Preis verhandelt habe, sei die Angeklagte plötzlich mit einem Messer auf den Mühlviertler losgegangen und habe ihn in den Hals gestochen. "Er hat geblutet wie ein Schwein." Dann sei ihm die 19-Jährige noch nachgelaufen und habe ein weiteres Mal zugestochen, diesmal in den Rücken, schilderte der Staatsanwalt. Für ihn steht fest, dass die junge Frau einen "deutlichen Mordvorsatz" gehabt habe.

Keine Tötungsabsicht
Völlig anders ist die Version der Angeklagten: Sie legte zwar ein Tatsachengeständnis ab, beteuerte aber, sie habe den Mann nicht töten wollen. Ihr Verteidiger sieht lediglich eine absichtliche Körperverletzung. Er berichtete, seine Mandantin habe eine "extreme Kindheit" gehabt und schwerste Misshandlungen in der Familie erlebt.

Die 19-Jährige schilderte den Tathergang völlig anders als die Anklage: Der Mann habe sie berührt und gestreichelt. Dadurch habe sie sich an die Erlebnisse aus ihrer Kindheit erinnert gefühlt. "Wut und Ekel sind zum Ausbruch gekommen." Gefragt, wieso sie das nicht schon bei der Vernehmung durch die Polizei gesagt habe, antwortete sie, es sei ihr peinlich gewesen. Ihr Anwalt kritisierte, dass die 19-Jährige in betrunkenem Zustand vernommen worden sei. Sie sei leicht zu beeinflussen und beliebig zu lenken gewesen.

Zu Beginn des Prozesses stand dessen Fortführung kurzzeitig infrage. Der Verteidiger beantragte Nichtigkeit, weil die Schriftführerin bereits am Vorverfahren beteiligt gewesen sei. Diesem Antrag wurde nicht stattgegeben und die Verhandlung fortgesetzt.

Opfer: Habe sie nicht berührt
Der 28-Jährige, der Opfer der Messerattacke wurde, erklärte vor Gericht, dass er die Frau nicht berührt und es auch keinen Streit gegeben habe. Sie hatte zuvor das Gegenteil behauptet. Die 19-Jährige habe ohne ersichtlichen Grund zugestochen, so der Mann. Er glaube, dass es ihr ums Geld gegangen sei.

Laut medizinischem Sachverständigen befand sich das Opfer, das die Hälfte seines Blutes verloren hatte, in Lebensgefahr. Bei der Attacke mit der 15 Zentimeter langen Klinge eines Springmessers sei die Gesichtsarterie verletzt worden, nach der Notoperation seien weitere Eingriffe nötig gewesen.

"Weiß nicht, warum sie zugestochen hat"
"Ich weiß bis heute nicht, warum sie zugestochen hat", kann sich eine 18-jährige Freundin der Angeklagten die Bluttat nicht erklären. Sie habe gerade mit dem Mann über die Bezahlung diskutiert, als es plötzlich passierte. Sie sei "nie gewalttätig und das normalste Mädel der Welt" gewesen, so die Zeugin vor Gericht über die Beschuldigte. Die Gerichtsverhandlung dauerte Dienstagabend weiter an. Die Geschworenen berieten nach wie vor. Der Zeitpunkt für ein Urteil war zunächst nicht absehbar.

Sie hätten zwar das Geld gewollt, aber keine sexuelle Handlung, sagte die 18-Jährige. Während der Diskussion habe die 19-Jährige plötzlich zugestochen. Währen der Mann davonrannte, habe sie ihn nur "Au! Au!" schreien hören, erklärte die Zeugin, die zunächst an eine Ohrfeige glaubte. Erst beim zweiten Stich habe sie das Messer gesehen. Dann seien sie davongefahren und hätten die Waffe aus dem Fenster geschmissen, berichtete die Frau.

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