06. Mai 2008 16:18
Die Urne mit den sterblichen Überresten des im Irak entführten und getöteten
26-jährigen Mitarbeiters einer amerikanischen Sicherheitsfirma, Bert
Nussbaumer aus Neukirchen bei Altmünster (Bezirk Gmunden) in Oberösterreich,
ist Dienstagnachmittag in seinem Heimatort beigesetzt worden. Es gab einen
stillen Abschied am örtlichen Friedhof.
Zahlreiche Trauernde
Vor dem Begräbnis fand ein Gottesdienst in
der Kirche von Neukirchen statt. Am letzten Weg Nussbaumers nahm seine
Familie, vor allem seine Mutter und sein Bruder teil. Dazu Angehörige der
örtlichen Vereine, in denen Nussbaumer mitgewirkt hatte, des Bundesheers, wo
er eine Spezialausbildung absolviert hat, sowie der Exekutive. Der kleine
Friedhof von Neukirchen war mit zahlreichen Trauernden gefüllt. Mehrere
Polizeibeamte achteten darauf, dass die Feier ohne Störung durch
Schaulustige ablief.
Bert Nussbaumer war am 16. November 2006 gemeinsam mit vier
US-amerikanischen Arbeitskollegen und neun Irakis im Südirak nahe der Grenze
zu Kuwait entführt worden. Der damals 25-jährige Oberösterreicher war mit
einem Konvoi unterwegs, den er im Auftrag der US-Sicherheitsfirma Crescent
Security Group bewachen sollte.
Entführt und ermordet
Wenige Wochen später tauchte im
Internet ein Video von Nussbaumer und seinen vier Kollegen auf. Danach gab
es zwar immer wieder Gerüchte über Sichtungen der Geiseln, aber keine
konkrete Spur. Anfang 2007 soll im Südirak ein Befreiungsversuch gescheitert
und ein Soldat - vermutlich ein Amerikaner - dabei getötet worden sein.
Im März 2008 überschlugen sich die Ereignisse: Die US-Behörden erhielten
zunächst DNA-Spuren des Oberösterreichers zugespielt. Kurz darauf wurden
mehrere Leichen im Irak gefunden. Eine davon wurde in den USA als Bert
Nussbaumer identifiziert. Die sterblichen Überreste wurden später nach
Österreich überstellt und der Familie übergeben.