Muammar al-Gaddafi soll Lösegeld bezahlt haben

Laut Zeitung

 

Muammar al-Gaddafi soll Lösegeld bezahlt haben

Ganz Österreich rätselt: Wer hat die beiden Geiseln frei gekauft? Wie die algerische Zeitung "Liberté" berichtet, soll Muammar al-Gaddafi zwischen drei und fünf Millionen Euro Lösegeld für die Freilassung der Geiseln gezahlt haben. Der libysche Revolutionsführer habe "auf eine Bitte des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider reagiert". Dieser habe Gaddafis Sohn um Hilfe bei der Befreiung der Geisel ersucht.

Erst im März dieses Jahres hatte Jörg Haider verlautbart, dass der Chef der Gaddafi-Stiftung, Saif al-Islam al-Gaddafi in intensiven Verhandlungen mit den Geiselnehmern von Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber stehe. Saif ließ über seinen Freund Haider verlauten, dass die Gespräche gut vorangingen.

Dementi kam postwendend
Dann teilte die Gaddafi-Stiftung nach einem darauf aufgeflammten Aufstand von Tuareg-Rebellen jedoch mit, dass sie keinerlei direkte oder indirekte Kontakte mit den Entführern habe - "trotz der an die Stiftung und ihren Präsidenten (Saif al-Islam al-Gaddafi, Anm.) gerichteten Forderungen".

"Der lybisch-malische Verrat"
Unter der Schlagzeile "Der libysch-malische Verrat" steht weiters, dass Mali als Teil des Deals zwei Mitglieder in Maghreb aus malischer Haft entlassen habe. Darunter sei auch ein algerischer Führer der Organisation, der vor zwei Monaten an der algerisch-malischen Grenze verhaftet worden war. Verhandelt worden sei laut nicht genannten Quellen vom österreichschen Sondergesandten Anton Prohaska mit dem malischen Konsul im saudischen Dschidda und dem Bürgermeister der malischen Hauptstadt Bamako.

Oder hat doch die Regierung Geld locker gemacht, um die beiden Salzburger frei zu kaufen?

Plassnik dementiert
Was das offizielle Österreich empört zurückweist. "Ich kann definitiv ausschließen, dass Lösegeld bezahlt wurde“, sagte etwa Außenministerin Ursula Plassnik. Auch Innen- und Verteidigungsministerium geben nicht zu, bezahlt zu haben.

Dass dennoch kräftig gezahlt wurde, davon geht mittlerweile die ganze Nation aus. Wie viel, kann ÖSTERREICH nun annähernd nachvollziehen: Die gesamte Aktion kostete rund fünf Millionen Euro, zwei Millionen davon fielen den Entführern zu - mit dem "üblichen Tarif“ von je einer Million Euro pro Menschenleben.

Der Rest waren diverse Kosten der Republik und "Entwicklungshilfe“ für die Regierung von Mali. Alle Experten sind sich einig: Die Freilassung war von Anfang an nur eine Frage des Geldes. Die französische Nachrichtenagentur AFP zitiert als Erste einen anonymen Insider: "Ich weiß, dass Lösegeld bezahlt worden ist. Aber die Entführer haben viel weniger bekommen, als sie verlangten!“

Eine Million pro Geisel
Die bekannte Kriegsberichterstatterin Antonia Rados beschreibt das Spiel, das sie so genau kennt, folgendermaßen: "Eine westliche Geisel ist eine Million Euro wert. So viel wird meist bezahlt.“ Rados, die etwa im Irak ähnliche Fälle erlebte: "Die Entführer fordern zuerst viel mehr, als dann bezahlt wird. Aus dem Irak sind Forderungen von bis zu 20 Millionen Dollar bekannt.“ Bezahlt wurden schließlich etwa fünf Prozent - eine Million pro Geisel.

2,5 Mio. für Mali
Die Regierung von Mali war acht Monate lang mit dem Fall beschäftigt. Dafür wird das afrikanische Land Millionen erhalten, etwa in Form von Entwicklungshilfe - um rund 2,5 Millionen Euro.

0,5 Mio. Rettungskosten
500.000 Euro Ausgaben fielen für die Republik an: Botschafter Anton Prohaska und zwei Mitarbeiter haben acht Monate lang in Malis Hauptstadt Bamako in einem vornehmen Hotel logiert. Außerdem haben Diplomaten und Geheimdienstler des Innen- und Verteidigungsressorts wochenlang dort gearbeitet - und im selben Hotel gewohnt.

Jet um 6.000 € pro Stunde
Freitagmittag charterte das Außenministerium eine Falcon 900, einen Learjet. Kostenpunkt: ab 6.000 Euro pro Stunde (zwölf Stunden dauerten die Flüge). Womit in Summe rund fünf Millionen Euro Kosten für Österreich anfallen.

Kostenersatz auf 20.000 begrenzt

Das Konsulargebührengesetz sieht vor, Regress zu fordern, wenn sich Touristen grob schuldhaft in Gefahr begeben haben. Darauf deutet im konkreten Fall einiges hin. Vermutlich wurden Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber in einem tunesischen Sperrgebiet entführt, für das sie keine Reisegenehmigung hatten. Um ihre finanzielle Zukunft müssen sie wahrscheinlich trotzdem nicht bangen: Der Kostenersatz ist laut Gesetz mit 20.000 Euro begrenzt." Das Außenamt ist verpflichtet, jedem Österreicher beizustehen, der im Ausland in Not gerät und sich nicht mehr selbst helfen kann.

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