Sprengstoffanschlag auf Polizei

"Heimtückisch"

© APA/FRANZ NEUMAYR

Sprengstoffanschlag auf Polizei

Auf die Polizeiinspektion St. Johann im Pongau ist ein mysteriöser Sprengstoffanschlag verübt worden: Bereits Mitte Februar hatte ein unbekannter Täter vor der Eingangstüre des Wachzimmers auf dem Gehsteig eine Kabeltrommel abgestellt. Als am vergangenen Samstag ein Beamter in der Garage der Inspektion die Trommel ansteckte, kam es zu einer Explosion. Der Polizist wurde dabei verletzt.

Noch kein Verdacht
Bezüglich des Hintergrunds des Anschlages tappt die Polizei noch im Dunkeln. Zurzeit gebe es noch keinen Verdacht auf eine bestimmte Person, erklärte am Nachmittag die Pressesprecherin Karin Temel. Die Polizei geht von einem kriminellen Akt "im lokalen Bereich" aus, ein politisches Motiv wird nicht angenommen. Der betroffene Beamte wurde an der Hand und an den Ohren schwer verletzt, er liegt im Krankenhaus.

"Es war eine äußert heimtückische Vorgangsweise."
Rätselraten herrscht auch darüber, ob es sich möglicherweise um einen Racheakt gegen die Polizeiinspektion St. Johann gehandelt hat. Die Kabeltrommel war sechs Wochen lang im Vorhaus des Erdgeschoßes gestanden, wo sich auch eine Wohnung befindet. Die Dienststelle ist aber nicht im Erdgeschoß, sondern im ersten Stock des Hauses untergebracht. Obwohl für die Ermittler ein Anschlag auf die Polizei nahe liegend sei, könne ein Anschlag auf die Bewohner nicht dezidiert ausgeschlossen werden, sagte Temel.

6 Wochen lang im Vorhaus
Bei der Kabeltrommel handelte es sich um ein herkömmliches Produkt. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen hat ein Polizist die Kabeltrommel, die vor der Eingangstüre des Hauses abgestellt war, in der Nacht auf 12. Februar im Vorhaus deponiert. Er hatte angenommen, dass Arbeiter, die an der Renovierung der Polizeiinspektion beschäftigt waren, die Trommel vergessen haben. Darauf hin ist die Trommel sechs Wochen lang niemandem aufgefallen.

Sprengvorrichtung entzündet
Vergangenen Samstag wollte das spätere Opfer am Nachmittag ein in der Garage abgestelltes Dienstfahrzeug mit einem Staubsauger reinigen. Weil er die diensteigene Kabeltrommel nicht finden konnte, nahm er die Kabeltrommel aus dem Vorhaus und steckte sie in der Garage an. Durch die Stromzufuhr entzündete sich die eingebaute Sprengvorrichtung und verletzte den Beamten. Ein zweiter Polizist, der sich in unmittelbarer Nähe aufhielt, blieb unverletzt.


Die Steckdose an der sich die Geschichte entzündete (c) APA/Neumayr

Weitere Untersuchungen
Um welchen Sprengstoff es sich gehandelt hat, wird erst nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchungen bekanntgegeben, hieß es. Es seien zahlreiche Spuren aufgenommen worden, "auch DNA-Spuren auf dem Kabel, die molekular-genetisch untersucht werden", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger. Aus kriminaltaktischen Gründen und aus Gründen des Opferschutzes gaben die Pressesprecherinnen keine weiteren Details bekannt.

Hinweise erbeten
Die Polizei ersucht die Bevölkerung um zweckdienliche Hinweise an das Landespolizeikommando, Telefonnummer 059133/503333, oder an jede Polizeidienststelle.

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