Todeslenker hat gestanden

Buben niedergefahren

© ÖSTERREICH/ Fürweger

Todeslenker hat gestanden

Der Zulassungsbesitzer gab bei seiner Einvernahme am Dienstagvormittag an, dass die beiden Burschen - von einer Böschung kommend - völlig überraschend über die Straße gelaufen seien und ein Ausweichen daher nicht mehr möglich gewesen wäre. Er hätte seinen Pkw sofort angehalten und versucht, sich um die auf der Fahrbahn liegende Person zu kümmern, dann wäre der oberösterreichische Wagen gekommen, so der 36-Jährige.

Er habe gesehen, wie das Auto die am Boden liegende Person mit voller Wucht überrollt hätte. Schockiert von dieser Wahrnehmung hätte er die Nerven verloren und Fahrerflucht begangen. Zum Zeitpunkt des Unfalles wäre er nicht alkoholisiert und allein im Fahrzeug gewesen. Die Schilderung des schuldtragenden Lenkers decke sich mit dem bisherigen Ermittlungsstand, so die Polizei.

Der 36-Jährige wird auf freiem Fuß angezeigt. Auf ihn wartet jetzt ein Gerichtsprozess, wahrscheinlich wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Umständen - der Strafrahmen erstreckt sich bis zu drei Jahren Haft.

Nur 48 Stunden nach der Tat hatte die Polizei den stark beschädigten Wagen und auch den nun geständigen Todeslenker ausgeforscht.

Wie ÖSTERREICH berichtete, waren der 14-jährige Franz und Anton Ö. (13) Freitag nach dem Christkindlmarkt um 22 Uhr noch allein spazieren gegangen. Noch ist nicht klar, ob sie die auf der rechten Seite gingen oder ob die Buben soeben die Straßen überqueren wollten – Fakt ist, dass der Lenker, der nicht mehr bremsen konnte, mit seinem Auto Franz so schwer verletzte, dass er vor Ort verstarb (ein zweiter Wagen überrollte den kleinen Leichnam). Franz’ Cousin Anton wurde ins angrenzende Feld geschleudert und erst gefunden, als die alarmierteet Polizei mit Taschenlampen herumleuchtete (der lebensgefährlich verletzt e Anton wurde ins Wiener AKH nach Wien überstellt).

Fest steht auch, dass der Mann hinterm Steuer des VW Passat Fahrerflucht beging. Aufgrund der Lack- und Glassplitter suchten die Beamten alle Besitzer von VW Passat aus den Jahren 1993 bis 1997 auf. Beim 70. Klingeln an einer Tür hatten sie dann – zunächst einmal den dunkelblauen VW. Major Reinhard Sperl: „Der Wagen, der in der Scheune des Hofs eines 36-Jährigen in Strobl entdeckt wurde, ist laut Gutachter eindeutig das Unfallauto.“

Eigenbrötler
Wesentlich schwieriger zu beweisen war es, ob der Besitzer Manfred F. beim Advent-Drama auch am Steuer saß. Denn der alleinstehende Eigenbrötler, Schrotttandler und Nebenerwerbsbauer – der 3 Minuten vom Unfallort entfernt wohnt und der öfters wegen Alkohols aufgefallen ist – tischte der Polizei ein (zweifelhaftes) Alibi auf.

Demnach wurde ihm das Auto in der Unglücksnacht gestohlen und nach dem Crash zurück auf den Hof gestellt. Weil er Angst hatte, dass ihm das niemand glaubt, habe er den Passat in der Scheune versteckt. Polizei und Staatsanwalt glaubten dem Verdächtigen tatsächlich nicht. Am Dienstag wurde die Vernehmung fortgesetzt. Schließlich legte der 36-Jährige ein Geständnis ab.

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