Drama nach Hausgeburt

Baby starb

Drama nach Hausgeburt

Eine 51-jährige Grazer Hebamme musste sich gestern vor Gericht verantworten. Sie soll während einer Hausgeburt den Tod von Baby Belinda und Verletzungen der Mutter verschuldet haben. Die Verhandlung wurde vertagt.

Die dramatische Geburt spielte sich im Februar in der Oststeiermark ab. Plötzlich sank die Herztonfrequenz des Kindes. Die Hebamme handelte laut Staatsanwaltschaft mit „überstürzten Manövern“. Dabei soll die Mutter nicht nur einen Dammriss dritten Grades, sondern auch weitere innere Verletzungen erlitten haben. Für Baby Belinda kam jede Hilfe zu spät, sie war bereits erstickt.

Risikogeburt
„Sie hätten die Hausgeburt überhaupt nie annehmen dürfen“, warf die Staatsanwaltschaft gestern der Angeklagten vor. Als Grund wurde eine komplizierte erste Geburt der 36-Jährigen genannt, bei der ein Notkaiserschnitt durchgeführt worden war. Außerdem soll die Hebamme die Schwangere nicht über alle Risiken einer Hausgeburt aufgeklärt haben.

Traumatisiert
„Die Mutter war so von ihrer ersten Geburt traumatisiert, dass sie unbedingt eine Hausgeburt haben wollte“, konterte die Verteidigung. Deshalb habe sich die Oststeirerin sowohl bei Ärzten, als auch in Fachliteratur schlaugemacht. Alle Ärzte rieten der Frau von einer Hausgeburt ab. So zunächst auch die Angeklagte. Doch die Mutter beharrte darauf und wollte diese notfalls auch allein durchziehen.

„Einen Auftrag, als Hebamme zu helfen, hatte ich bis zum Schluss nicht“, erklärte die Beschuldigte Richter Erik Nauta. Und: „Ich habe gehofft, dass sie doch noch das Spital aufsucht und der Kelch an mir vorübergeht.“

Ein weiteres gynäkologisches Gutachten soll für Klarheit sorgen. Die Mutter wohnte der Verhandlung übrigens nicht bei. Sie wurde in Deutschland nachoperiert.

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