Wegen Täuschung angeklagt

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"Schummel-Eier": Geschäftsführer vor Gericht

Der Geschäftsführer jener oststeirischen Lieferanten-Firma, die mehrere 100.000 ungarische Eier als österreichische Ware an den Handel verkauft haben soll, wird sich wegen Täuschung verantworten müssen. Laut Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, soll der Beschuldigte dieser Tage die Anklage zugestellt bekommen. Das Delikt Betrug habe wegen der schwierigen Schadensermittlung nicht angeklagt werden können.

Ungarische Eier als österreichische verkauft
Dem Oststeirer wird vorgeworfen, von Oktober 2009 bis Juni 2010 Eier aus Ungarn importiert und als österreichische Produkte - sogar mit dem AMA-Gütesiegel versehen - an Handelsketten und Industriebetriebe zur Verarbeitung verkauft zu haben. Aus den Unterlagen des Unternehmens ging hervor, dass eigentlich alle Eier von regionalen Bauern bezogen werden sollten, aber offenbar die Aufträge damit nicht erfüllbar waren. Darum wurde billig im Ausland zugekauft.

Laut Bacher war die Ermittlung des Vermögensschadens schwer, da nicht genau beweisbar war, ob die ungarischen Eier geschmacklich oder in irgendeiner anderen Art weniger Wert waren. Darum konnte auch keine Betrugsanklage verfasst werden. Sehr wohl aber liege eine Täuschung mit herbeigeführtem Schaden, der aber nicht nach Vermögen gemessen wird, vor: "Der Beschuldigte hat einen Vertragsbruch mit den Handelsketten begangen, denn die Eier waren nicht aus Österreich," so der Staatsanwaltschaftssprecher am Mittwoch zur APA.

Dem im Vorfeld geständigen Geschäftsführer drohen nun bis zu ein Jahr Haft. Die Verhandlung wird am Bezirksgericht Feldbach stattfinden. Ein Termin stand vorerst nicht fest. Der Fall war Anfang Juli dieses Jahres aufgeflogen, als mehrere Mitarbeiter des Unternehmens Anzeige erstattet hatten.

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