10. April 2009 16:23
Nachdem bereits am Freitag rund 170 Feuerwehrmänner und fünf Hubschrauber
gegen einen großflächigen Waldbrand in der Nähe von Innsbruck gekämpft
hatten, ist der Löscheinsatz am Samstag in den frühen Morgenstunden
fortgesetzt worden. Die Flammen seien vorerst unter Kontrolle, berichtete
die Feuerwehr. Das Feuer habe sich in dem betroffenen Gebiet über Nacht
ausgebreitet.
Feuer nicht weiter ausgebreitet
"Derzeit sind sechs
Hubschrauber und über 100 Männer und Frauen im Einsatz",
sagte Vizebürgermeister Christoph Platzgummer. Der starke Föhn hatte in den
Morgenstunden etwas nachgelassen. Seitdem habe sich das Feuer nicht weiter
ausgebreitet. Wie sich die Situation jedoch weiterentwickeln werde, sei zum
jetzigen Zeitpunkt schwer abschätzbar.
Schwieriger Feuerwehreinsatz
In den Abendstunden des Vortages
hatten die Einsatzkräfte den Löscheinsatz wegen der Dunkelheit abbrechen
müssen. Die Löscharbeiten in der Kranebitter Klamm hatten sich anfänglich
schwierig gestaltet. Durch den starken Wind konnten die Hubschrauber nicht
tief genug fliegen. Das steile und unwegsame Gelände habe den Aufstieg der
Feuerwehrleute zu dem Brandherd erschwert. "Die Männer mussten zum Teil
oberhalb des Brandes abgeseilt werden", schilderte Erwin Reichel,
Branddirektor der Berufsfeuerwehr Innsbruck. Zudem hätten drohende
Steinschläge den Einsatz für die Florianijünger äußerst gefährlich gemacht.

Foto: (c) APA
Die erste Meldung über eine starke Rauchentwicklung im Bereich der
Kranebitter Klamm war am Vortag gegen 12.00 Uhr bei der Leitstelle Tirol
eingegangen. Innerhalb kurzer Zeit folgten weitere 150 Notrufe besorgter
Anrufer, zwei Stunden später hatte die Leitstelle bereits 350 Notrufe
verzeichnet. Insgesamt waren sechs Helikopter des Innenministeriums, des
Bundesheeres und des ÖAMTC in wechselnder Konstellation bei der
Brandbekämpfung im Einsatz. Beteiligt waren darüber hinaus die Innsbrucker
Berufsfeuerwehr, die Freiwilligen Feuerwehren Amras, Hötting, Mühlau,
Neu-Arzl, Reichenau und Wilten sowie die Bergrettung Innsbruck.
Löscharbeiten bis Sonntag
Am Samstagnachmittag kämpften
insgesamt 152 Feuerwehrleute gegen die weit verbreiteten Glutnester.
Unterstützung aus der Luft erhielten sie nach wie vor von sechs
Hubschraubern. "Kurzfristig sind die Brände durch den Föhn wieder
aufgeflackert", schilderte Reichel. Die Situation habe sich aber in den
vergangenen Stunden im Großen und Ganzen gebessert und sei "eindeutig
günstiger" als am Tag zuvor.
Die Löscharbeiten werden aber jedenfalls bis am Sonntag andauern, betonte
der Branddirektor. Nach wie vor würden Helikopter Löschflüge im Minutentakt
absolvieren. Nach Angaben der Polizei war eine unbewohnte Hütte in dem
Gebiet den Flammen zum Opfer gefallen. Weitere Objekte oder Personen seien
aber nicht im Gefahrenbereich.