Abwärtstrend bei Gusenbauer hält

Umfrage-Debakel

© (c) REUTERS/Leonhard Foeger

Abwärtstrend bei Gusenbauer hält

Ab sofort versucht Gusenbauer Sympathiepunkte zu sammeln, um den Fehlstart der ersten Tage wett zu machen. Schon in der Vorwoche hatte ÖSTERREICH die erste Umfrage nach der Regierungsumbildung veröffentlicht, die den Absturz der SPÖ dokumentierte. Die aktuelle Gallup-Meinungsumfrage dieser Woche bestätigt, ja verschlimmert dieses Bild. Gusenbauer erhält zehn Tage nach der Angelobung ein denkbar schlechtes Zeugnis.

ÖVP-Vorsprung
Bei der Sonntagsfrage ("Welcher Partei würden Sie am Sonntag die Stimme geben?“) konnte die SPÖ zwar den freien Fall stoppen, liegt bei 36 Prozent (Vorwoche 35%), die ÖVP konnte aber ihren Vorsprung ausbauen, kommt jetzt auf 38Prozent (Vorwoche 36%).

Negativ aufgefallen
Noch ernüchternder sind die Umfragewerte für Gusenbauer selbst. Es sind die schlimmsten Ergebnisse für einen Kanzler in der Startphase seit Erfindung der Demos¬kopie. Bei der Frage: Welches Regierungsmitglied ist Ihnen in der ersten Woche negativ aufgefallen, liegt der Kanzler bei 41 Prozent. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert der gesamten Bundesregierung – im Vergleich: Sein Vize Wilhelm Molterer fiel nur 12 Prozent der Österreicher negativ auf.

Schüssel würde gewinnen
Nur noch 25 Prozent glauben, dass Gusenbauer ein besserer Kanzler wird als sein Vorgänger (58% ein schlechterer). Könnte der Kanzler direkt gewählt werden, würde er gegen Schüssel mit 37:39 Prozent unterliegen. Gewinnen kann er nur gegen Vize Molterer – hier steht es noch 42:33 für Gusenbauer.

Nur mehr 31 Prozent sind mit Gusenbauer als Kanzler zufrieden (in der Vorwoche noch 35%). Besonders schwach liegt er hier bei den Jungen (27%), den Selbstständigen und Freiberuflern (19%) und den höheren Einkommen (21%).

44 Prozent finden Gusenbauer "nicht sympathisch“. Am unsympathischsten finden Gusenbauer – wenig überraschend – mit rekordverdächtigen 80 Prozent Schüler und Studenten.

Skepsis in der SPÖ
Um dieses Defizit zu kompensieren, startet er also jetzt eine Sympathiekampagne. Dass der Kanzler deshalb die heutige Fernseh-Pressestunde für das Frühstück mit Claudia Stöckl sausen ließ, sorgt freilich bei einigen in der Partei für Unbehagen. "Die Kritik am Kommunikationsstil von Gusenbauer ist noch lange nicht ausgeräumt“, heißt es dazu in der SPÖ-Spitze.

Aktion "Gelbe Gummistiefel"
Die Skepsis hat einen Namen: Josef Kalina, neuer SP-Bundesgeschäftsführer und früherer Pressesprecher von Ex-Bundeskanzler Viktor Klima. Was bei SPÖ-Granden nicht nur nostalgische Gefühle hervorruft. Vor allem die Gusenbauer-Idee, persönliche Nachhilfestunden an den Schulen zu geben, stößt einigen bitter auf: "Diese Idee erinnert an die Aktion, als Viktor Klima in gelben Gummistiefeln das damalige Hochwasser inspizierte.“

Kalina zeigt sich den Vorwürfen gegenüber gelassen und will mit einer "Info-Offensive gegen die Enttäuschung der Wähler" ankämpfen. Kalina: "Natürlich sind die aktuellen Umfragen, Anlass zu handeln.“ Man müsse den Menschen klar machen, dass die SPÖ bei den Verhandlungen "mehr gewollt“ hätte. Kalina: "Aber mit dieser ÖVP ist das nicht gegangen.“

ÖSTERREICH

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