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Freund über Dirty Campaigning

EU-Wahlkampf

Freund über Dirty Campaigning "überrascht"

SPÖ-Spitzenkandidat Eugen Freund zeigt sich über den rauen Gegenwind im EU-Wahlkampf überrascht. Die Vorwürfe gegen ihn seien "jenseits alldessen", was er sich vorstellen konnte, stellte er am Montag bei einer Pressekonferenz fest. Die SPÖ startete sechs Tage vor der Wahl in den Endspurt. Ein Kurswechsel hin zur Sozialdemokratie sei nötig, forderten die roten Kandidaten.

"Dirty Campaigning"
"Ich habe mir vorgenommen, dass ich ruhig und sachlich über die Errungenschaften aber auch über die Dinge, die nicht so gut funktionieren, spreche", erklärte Neo-Politiker Freund und bedauerte, dass sich der Mitbewerb nicht daran halte. "Höhepunkt des Dirty Campaigning" sei dabei der "infame" Spionagevorwurf gewesen, so Freund. Dabei habe das slowenische Staatsarchiv bestätigt, dass er selbst vom Geheimdienst überwacht worden sei. Freund sprach daher in Richtung FPÖ auch von "plumpen Ablenkungsmanövern", da der Mitbewerber selbst kein Programm für Europa habe.

Als "größtes Problem" in Europa machte der Spitzenkandidat die Jugendarbeitslosigkeit aus und hier sei Österreich mit seiner "Jugendgarantie, der dualen Ausbildung und den überbetrieblichen Lehrwerkstätten" ein Vorbild. Angesichts leerer Staatskassen forderte er Schritte gegen Steuerbetrug: Konzerne sollten in jenem Land Steuern zahlen, wo die Gewinne erwirtschaftet werden. Betreffend Freihandelsabkommen TTIP pochte er erneut auf transparente Verhandlungen und die Einhaltung europäischer Standards - derzeit sei hier eine Zustimmung der Sozialdemokraten nicht vorstellbar, so Freund.

   Delegationsleiter Jörg Leichtfried erklärte, er habe in den vergangenen zehn Jahren im Europaparlament versucht, aufgrund der konservativen Mehrheit "Schlimmes zu verhindern". Er drängte ebenfalls auf den Kurswechsel mit dem Sozialdemokraten Martin Schulz als Kommissionspräsidenten und einer sozialdemokratischen Mehrheit im EU-Parlament.

   Dass derzeit oft von Wahlmüdigkeit gesprochen werde, störte sowohl Freund als auch Leichtfried, die auf selbsterfüllende Prophezeiungen verwiesen. Freund sei in den vergangenen Wochen 25.000 Kilometer durch Österreich gefahren und habe dabei den "Enthusiasmus" für das Friedensprojekt EU gespürt.

   Josef Weidenholzer, fünfter auf der Liste, zeigte sich überzeugt, dass eine Weichenstellung am Sonntag möglich ist. "Europa hat sehr wohl ein Gesicht, das ist Martin Schulz und dieses Gesicht trägt Bart", meinte er mit Anspielung auf Songcontest-Siegerin Conchita Wurst.
 

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