14. Dezember 2009 13:45
Klimaprotest am Kanzlerbalkon: Die
Umweltorganisation Greenpeace hat Montagfrüh den Sitz von Regierungschef
Werner Faymann (S) erklommen, um gegen eine zu lasche Klimaschutzpolitik zu
protestieren. Vier Aktivisten kletterten gegen 9.00 Uhr auf den Balkon des
Kanzleramtes am Ballhausplatz, wo sie ein Banner entrollten, die Türen
blockierten und sich festketteten. Die überraschte Polizei ließ die
Umweltschützer zunächst gewähren, holte sie dann aber nach etwa 45 Minuten
von ihrem luftigen Lager herunter.
Auf Leiter hochgeklettert
Mit einem Lieferwagen fuhren die
Aktivisten vor, stellten eine Leiter auf und kletterten auf den Vorbau über
dem Tor des Kanzleramtes. Dort entrollten sie ein Plakat mit der Forderung,
40 Prozent CO2 bis zum Jahr 2020 einzusparen. Am Ballhausplatz wurden zudem
Zelte aufgestellt, wo die Aktivisten in einem "Klimaschutz-Camp"
einziehen wollten. Die Geduld der herbeigeeilten Polizeibeamten währte
allerdings nur kurz: Zunächst wurden die Zelte und Fahnen zu ebener Erde
weggeräumt, anschließend machte man sich daran, die vier angeketteten
Protestierer vom Balkon zu holen.
Um auf den Vorbau zu gelangen, mussten die Beamten allerdings selber eine
Klettereinlage liefern: Da die Balkontür von den Aktivisten blockiert worden
war, blieb der Polizei nichts anderes übrig, als über die seitlich gelegenen
Fenster hinüber zu den Greenpeace-Leuten zu klettern. Die Aktivisten wurden
losgeschnitten und nach unten gebracht.
Diverse Anzeigen
Die Wiener Polizei verzeichnete "22
Aktivisten und vier Transparente" bei einer nicht genehmigten
Demonstration, die man aufgelöst habe, wie Sprecher Roman Hahslinger sagte.
Es habe diverse Identitätsfeststellungen und Anzeigen gegeben.
Der Anlass für den Greenpeace-Protest war eine veröffentlichte Klimastudie
von "Germanwatch". In einem Ranking von 60 Staaten landete
Österreich hier auf Platz 42. Bemängelt wird in dem Vergleich vor allem die
Klimapolitik Österreichs.