Elsner: Brand-
Rede für Freiheit

Vor Gericht

© REUTERS/Leonhard Foeger

Elsner: Brand-
Rede für Freiheit

Zu Beginn entschuldigt sich Helmut Elsner für sein Outfit: „Ich muss mich für mein Auftreten entschuldigen. Das ist kein Protest. Ich habe in der Haft 22 Kilo zugenommen und passe in keinen Anzug mehr. Außerdem möchte ich mich bei meiner Frau bedanken. Für ihren unglaublichen Einsatz, meine Reputation wieder herzustellen. Sie leistet Unmenschliches. Ich habe große Hochachtung vor ihr.“

Danach erklärt Elsner, wie die Bawag-Geschäfte mit Flöttl liefen und warum es keine Risikogeschäfte für die Bank waren. Dann startet der Ex-Bawag-Chef seine Attacken gegen seine Ex-Richterin und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und erhebt schwere Vorwürfe: „Ich wusste vom ersten Tag an, sie will mich verurteilen. Das erkannte man an ihrer Körpersprache. Ich habe Sie auch wegen Amtsmissbrauch angezeigt.“ Und stellt die Frage in den Raum: „Wie soll das Urteil halten, wenn es sich um Amtsmissbrauch handelt? Bandion-Ortner und Krakow haben Amtsmissbrauch begangen. Wenn man die Kriterien wie bei mir anlegt, müssten sie in U-Haft sein.“

Die Brandrede von Helmut Elsner geht noch weiter. „Claudia Bandion-Ortner und Krakow sind zwei Kriminelle, die Flöttl verschont haben.“ Da unterbricht ihn der OGH-Richter Rudolf Lässig zum ersten und letzten Mal: „Ich lasse Sie gerne reden, aber vielleicht wollen Ihnen Ihre Verteidiger sagen, dass Sie sich nicht zu weit hinauslehnen.“

Aber Elsner lässt sich nicht abbringen und antwortet dem Richter: „Ich lehne mich gerne hinaus. Außerdem kann ich beweisen, dass Bandion-Ortner lügt wie gedruckt, wenn sie den Mund aufmacht ... Sie ist wahrscheinlich korrupt, das kann ich nachweisen, das ist protokolliert.“ Und: „Hätte man mich freigesprochen, wäre Bandion-Ortner nie Ministerin geworden.

Als er den Mitangeklagten Peter Nakowitz verteidigt, versagt kurz die Stimme von Helmut Elsner, dann spricht er weiter: „Dass Peter Nakowitz auf der Anklagebank sitzt, ist ein Witz.“

„Flöttl hat uns bestohlen.“
Als Nächstes wird Wolfgang Flöttl unter Beschuss genommen. „Wir sind nie ins Kasino gegangen, wenn, dann ist Wolfgang Flöttl ins Kasino gegangen. Er hat gestohlen, Flöttl hat uns bestohlen! Dass Flöttl frei herumläuft, ist ein Skandal. Ein neues Gutachten beweist, die Verluste hat es nie gegeben.“

Dann endet die sehr emotionale Rede von Helmut Elsner mit den Worten. „Das ist ein Megaskandal, ein Kriminalfall Flöttl, Krakow, Bandion-Ortner.“

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