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Lugner und ORF liegen weiter im Clinch

Baumeister Richard Lugner und der ORF liegen weiter im Clinch. Der öffentlich-rechtliche Sender hat Lugner als einzigen der sechs Bundespräsidentschaftskandidaten nicht zu den Kurzduellen "2 im Gespräch" eingeladen. Lugner läuft gegen die Entscheidung weiter Sturm und schlug nun einen neuen Gesprächsmodus für die Diskussionen vor.

Der ORF begründete seine Entscheidung gegen den Baumeister mit "Kriterien journalistischer Relevanz und gestützt auf Studien zweier Meinungsforschungsinstitute". Zur großen ORF-"Elefantenrunde" wurde Lugner indes eingeladen.

Zugriffszahlen zeigen Relevanz
"Obwohl die Zuseher Lugner für relevant empfinden, grenzt ihn der ORF aus", hieß es am Dienstag aus dem Wahlkampfteam Lugners. "Dass - entgegen willkürlichen ORF-Fantasiestudien - Präsidentschaftskandidat Richard Lugner anscheinend doch relevant sein muss, zeigen die Zugriffszahlen des 'ZiB 2'-Interviews mit Armin Wolf in der TVthek. Darüber hinaus lag die Einschaltquote der "Pressestunde" von Herrn Lugner vergangenen Sonntag rund 20 Prozent über der Vorrednerin Frau Dr.Griss", erklärte das Lugner-Lager in einer Aussendung.

Die "Zeit im Bild 2" mit Lugner war im März meistabgerufene Einzelsendung in der ORF-TVthek und wurde bis Ende vergangener Woche rund 400.000 mal aufgerufen, etwa 200.000 Abrufe davon machte allein das Lugner-Interview aus. Lugners "Pressestunde" verfolgten am Sonntag 211.000 Seher (27 Prozent Marktanteil), jene mit der unabhängigen Bewerberin Irmgard Griss sahen 167.000 Menschen (24 Prozent Marktanteil).

Neuer Vorschlag
"Da diese fragwürdigen Relevanzstudien nun doch widerlegt wurden, argumentieren ORF-Mitarbeiter neuerdings ihre Ausgrenzung gegenüber Lugner bei den Zweiergesprächen mit der alten Sendezeitleier", hieß es dazu aus Lugners Team. Der Baumeister hat deshalb einen neuen Vorschlag zum Ablauf der "2 im Gespräch"-Diskussionen. "Der ORF plant 10 Gespräche à 15 Minuten. Ich schlage vor, 15 Gespräche à 10 Minuten zu veranstalten. Es gibt nichts, was ein Politiker in 15 Minuten sagen kann, was er nicht bereits in 10 Minuten erwähnt hätte", so Lugner.

Unterstützung bekam der Baumeister von SPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer. Lugner sei ein "ernst zu nehmender Kandidat", der die gleichen Chancen bekommen müsse wie alle anderen. "Ich halte es demokratiepolitisch für bedenklich, wenn ein Bundespräsidentschaftskandidat in einer öffentlich-rechtlichen Sendung keine Redezeit erhält, obwohl alle anderen eingeladen sind", sagte Hundstorfer der "Kronen Zeitung".

"Wer wird Präsident - Der Eignungstest"
Gute Quoten erzielte unterdessen Montagabend auch das neue Puls 4-Format "Wer wird Präsident - Der Eignungstest". Das erste Zweier-Duell mit den Kandidaten Griss und Lugner brachte es ab 22.05 Uhr auf durchschnittlich 107.000 Zuschauer, in Spitzen waren bis zu 130.000 Seher dabei. Der Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen lag bei knapp 8 Prozent. Die Kandidaten mussten im "Eignungstest" anhand verschiedener Aufgaben zeigen, wie sie das Amt des Bundespräsidenten anlegen würden. Fragen zur Außenpolitik, das Halten einer spontanen Rede, Schätzfragen und das richtige Verhalten bei einem Staatsbankett wurden dabei thematisiert.

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