Offensive für Väterkarenz gestartet

Sozialpartner

© APA/ROLAND SCHLAGER

Offensive für Väterkarenz gestartet

Die Sozialpartner werben jetzt auch für die Väterkarenz. Gemeinsam mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) wurde am Montag eine "Informationsoffensive für mehr Väterkarenz in der Wirtschaft" präsentiert. Nachdem Heinisch-Hosek unlängst coole Biker-Papas losschickte, um den Vätern die Zeit mit dem Kind schmackhaft zumachen, sollen nun auch die Unternehmen gezielt angesprochen werden.

Image-Kampagne
Dafür sind neben einer Image-Kampagne etwa Informationsveranstaltungen für Personalmanager in allen Bundesländern geplant. Rechtliche Beratung soll unter anderem in "Diskurs-Cafes" angeboten werden, kündigte die Ministerin an. Es gelte, in den Betrieben eine "Selbstverständlichkeit" für Karenzväter herzustellen. Für die Unternehmen sei das eine Win-Win-Situation, denn sie würden nicht zuletzt von der Sozialkompetenz, die Väter im Elternurlaub erwerben, profitieren. Mensch, Betrieb und Kind hätten etwas vom Vater daheim, ergänzte Hundstorfer.

Diskussionsprozess
ÖGB-Präsident Erich Foglar verwies auf einen "Diskussionsprozess", den der Gewerkschaftsbund hinter sich habe. Dort gebe es seit 2008 auch ein Papa-Monat, das immerhin 25 Männer in Anspruch genommen hätten. Auf das Papa-Monat in der Arbeiterkammer verwies auch der dortige Präsident Herbert Tumpel. Er brachte in Sachen Kindergeld und Karenz zudem einige Justierungswünsche an, etwa was Kündigungsschutz und Kombination von Teilzeit und Karenz angeht.

Auf Papa-Monat und sonstiges wollte Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, nicht näher eingehen. Für ihn ist es aber schon aus "ganz rationellen Überlegungen" heraus nötig, das in Österreich zum Teil "noch sehr traditionelle Rollenbild zu ändern". Die Industrie brauchte bestmotivierte Mitarbeiter mit "entsprechendem familiären Hintergrund".

Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser unterstrich, dass Unternehmen, die auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzen, davon profitierten. Außerdem plädierte sie dafür, endlich das "Rabenmutter-Image" von berufstätigen Müttern abzubauen. Und Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski verwies verwies darauf, dass sich im Bauernstand das Rollenbild bereits "massiv verändert" habe.

Laut aktuellen Zahlen vom 1. November 2010 waren österreichweit 4,5 Prozent der Kindergeld-Bezieher männlich. Die höchste Väterbeteiligung nach Berufsgruppen findet sich bei den Selbstständigen (21,9 Prozent), gefolgt von Bauern (19,4 Prozent), Beamten (8,6 Prozent), Arbeitern (8,2 Prozent) und schließlich Angestellten (2,3 Prozent).

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