Schmied will Gesamtschule durchsetzen

Bildungspolitik

Schmied will Gesamtschule durchsetzen

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sieht die Einführung der gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen als wichtige Weichenstellung, die in der nächsten Legislaturperiode kommen müsse. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass der durch die Neuen Mittelschulen entstandene Schwung im Bildungsbereich verloren gehe, erklärte Schmied am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Bregenz. Als weiteres zukunftsweisendes Thema für die nächsten Periode nannte sie den Beschluss des neuen Dienst- und Besoldungsrechts, der möglichst bald erfolgen solle.

   Schon seit 100 Jahren spreche man von der gemeinsamen Schule, "nur müssen wir diesen Schritt noch setzen", betonte die Ministerin. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass das Verständnis dafür stetig anwachse und sich mittlerweile auch Institutionen wie Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Arbeiterkammer dafür aussprächen. "In zehn, 15, 20 Jahren bestimmen die Kinder von heute, wie es Österreich geht. Das ist nicht nur ein soziales, sondern auch ein ökonomisches Anliegen", betonte Schmied.

   In Sachen Dienst- und Besoldungsrecht unterstrich die Ministerin mehrfach, dass eine Beschlussfassung höchst an der Zeit sei. Sie hoffe sehr, "dass die Kraft dazu da ist". Es sei auch im Sinne der Lehrer, die Diskussion zu einem Abschluss zu bringen. Der in Begutachtung befindliche Entwurf sehe eine faire Bezahlung vor, so Schmied. Überdies zwinge sie niemanden, Lehrer zu werden. "Wenn jemand nicht Lehrer werden will, dann soll er das nicht studieren", stellte die Ministerin fest.

   Als weiteres wichtiges Anliegen nannte Schmied den weiteren Ausbau der Ganztagsschule. Dabei sei sie aber eine Verfechterin der Wahlfreiheit. Nach ihrem Verständnis heiße das: "Ich kann in der Nähe des Wohnorts wählen, ob mein Kind eine Halbtags- oder Ganztagsschule besuchen soll". Die Ganztagsschule mit einer täglichen Turnstunde sowie Angeboten in Kunst und Kultur könne die Schüler besser fördern.

   Der aktuelle SPÖ-Bildungssprecher und Nationalratsabgeordnete Elmar Mayer verwies darauf, dass Bildungspolitik nachhaltig wirke. Die Einsparungen der ehemaligen Unterrichtsministerin Elisabeth Geher (ÖVP) habe man in Form von schlechten Pisa-Ergebnissen zurückerhalten. Man habe die vergangenen Jahre viel auf Schiene gebracht, mehr sei mit der Volkspartei nicht möglich gewesen. Das Ziel aber bleibe: Es dürfe möglichst kein Kind auf der Strecke bleiben, außerdem dürfe nicht der soziale Status der Eltern für den Bildungserfolg der Kinder entscheidend sein.

   SPÖ-Landesparteichef Michael Ritsch betonte, dass er einem Koalitionsübereinkommen nur zustimmen werde, wenn die gemeinsame Schule im Regierungsprogamm stehe. Das sei eine "unabdingbare Bedingung", hoffte Ritsch bei der Wahl auf eine Mehrheit links der Mitte.

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