So leben die Kandidaten privat

Häupl & Co.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

So leben die Kandidaten privat

Häupl intim. Minarettverbot, Neue Mittelschule, Öffi-Ausbau – wie Wiens Bürgermeister Michael Häupl (wurde am 14. September 61) denkt, ist bekannt – wie er privat lebt, weiß kaum jemand. Grund: Häupl ist kein Society-Tiger, liest in der Freizeit lieber Fachliteratur über Philosophie (um mit Kardinal Christoph Schönborn debattieren zu können) oder Biologie (sein Studienfach – Dissertation über Grottenolme, Schädelkinetik bei Gekkoniden), um up to date zu bleiben.

Häupl ist nicht allein Genussmensch. Er fährt im Sommer meist in die Toscana auf einen Hof nahe Lucca, im Winter aber in die Wildalpen (Steiermark). Er war in seiner Jugend Touren-Skifahrer, rauschte auch die Pallavicini-Rinne am Glockner hinab. Geheime Leidenschaft: das Kochen. Legendär ist seine glacierte Leber.

Sagenumwoben, aber durchaus bürgerlich, seine Wohnsituation: In Wien-Ottakring, in einem Genossenschaftsbau, quartierte er sich schon in den 80ern als Gemeinderat ein, bewohnt heute eine zweigeschossige Terrassenwohnung. Gemeinsam mit seinem Bruder kümmert er sich zudem ums Elternhaus in Altlengbach, NÖ, wo er zuletzt monatelang mit einem Wasserrohrbruch zu kämpfen hatte.

Häupl ist zweifach geschieden, hat eine erwachsene Tochter (Ärztin) aus erster Ehe. Sohn Bernhard (Student, aus der Verbindung mit Helga Häupl-Seitz) tritt in Vaters Fußstapfen: Er kandidiert bei der Wahl an 195. Stelle der Wiener SP-Kandidatenliste für den Gemeinderat. Seit dem letzten Opernball gilt die Ärztin Barbara Hörnlein als Häupls ständige Begleiterin.

Lebensziele? Nach der Politik nicht die Rente, sondern eine Arbeit in der Wissenschaft. Vorerst aber Bürgermeister bleiben – „im tollsten Job überhaupt“.

 

Marek: Sie lebt mit ihrer Mama in Familien-WG

Marek enthüllt. Im Wahlkampf zeigte sie Dauerlächeln, privat ist Christine Marek (Spitzname „Kolibri aus Stahl“) eine eiserne Kämpferin. Die 42-jährige Staatsekretärin (Wirtschaft) ist Alleinerzieherin aus freien Stücken („Ich habe schon in der Schwangerschaft gesehen, dass es nicht geht, die Entscheidung bewusst getroffen“).

Sohn Maximilian (17) hielt sie bisher vor der Öffentlichkeit versteckt, heute um 10.30 Uhr wird er sie in Rudolfsheim-Fünfhaus zur Wahlurne begleiten.

Marek privat: Sie lebt mit ihrer Mama in einer WG, die beiden teilen sich die Erziehung des Sohnes. Die geborene Bayerin (Kempten im Allgäu) kam mit 6 Jahren nach Oberösterreich (Matura in Linz), seit 19 Jahren lebt sie in Wien. Und das mit Intensität. Sie liebt Bälle, tanzt gerne, ist Karaoke-Fan.

Ihr Lifestyle: bescheiden. Sie fährt nach Zypern auf Urlaub, schwärmt für VW Polo, trägt gerne österreichische Mode, ist Fan von Austria Wien – wie Häupl, in dessen Jumbo sie laut Eigenangabe nach der Wahl als Kopilotin Platz nehmen will. Ein Koalitions-Kolibri für Wien. Mal sehen.

 

Strache: 
Rolex, Clubs 
und Blondinen

Strache unplugged. HC – das könnte auch für Hosen und Chronometer stehen. Denn: Strache (41) hat (wie Haider) ein Faible für die neueste Mode und sündteure Uhren. Seine Anzüge, Designerjeans und Hemden kauft er gerne in der Boutique einer Freundin – bei Philipp Maly. Seine Uhren – zwei Rolex – sind laut Eigenangaben ein Geschenk von Parteifreunden.

Strache liebt Clubs (früher die „Passage“, jetzt „The Box“) und Frauen. Von Daniela – Mutter seiner beiden Kinder – ist er geschieden (2005). Sehr zur Erleichterung der Brauteltern, einer bekannten Rindfleisch-Dynastie. Dann folgte (unvollständig) Andrea Aigner – die jüngere Version seiner Ex-Frau –, hierauf Sissy Atzlinger mit der er öffentlich via Facebook flirtete. Am Wörthersee war er dann wieder mit Andrea zugange.

Straches Jugend? Volksschule Neulandschule, dann für vier Jahre Internat Strebersdorf. Sein Spitzname in der Schule war „Bumsti“.Sein Vater (Künstler) hatte die Familie schon früh verlassen, brach den Kontakt ab. Die Mutter (Drogerie-Angestellte) wollte, dass er in der Hauptschule Disziplin lernt. Die Großeltern waren Sozialdemokraten.

Den jungen Strache zog es ins burschenschaftliche Milieu, er absolvierte eine Zahntechniker-Lehre, verliebte sich in die Tochter des rechtsextremen NDP-Gründers Norbert Burger, Gudrun.

Heute lebt HC in einem 130-Quadratmeter-Loft in der Innenstadt. Seine Kinder, Heidi (10) und Tristan (6), sind jedes zweite Wochenende bei ihm.

 

Vassilakou: Die Grüne mit dem iPhone

Vassilakou enthüllt. Sie sah aus wie die sichere Verliererin, jetzt gilt sie für heute als Geheimtipp. Maria Vassilakou, 41, geboren in Athen, Doppel-Staatsbürgerin (Griechenland, Österreich). Papa Bauunternehmer, Mama Goldschmiedin. 1986 kam sie nach Österreich, studierte Sprachwissenschaften.

Witzig: Im Oktober 2009 wurde ihr der Job als griechische Umweltministerin angeboten, jetzt könnte sie Rot-Grün in Wien schaffen, Vizebürgermeisterin werden. „Gute Nerven“, nennt sie als Stärke. Das passt.

Vassilakou privat, da liegt viel im Dunkeln. Fakt ist: Sie liebt zwei Männer: Ehemann Bernd Matouschek und Riko, ihren Jack Russell Terrier. „Der Hund kriegt alles, sollen meine letzten Worte sein“, sagt sie lachend.

Und: Sie schwärmt für AEK Athen („eine Art Wiener Sportklub“), Wassersport, Meeresfrüchte und Fisch, ihr iPhone, Cabrios und Fahrräder, eben „alles, was kein Dach hat“. Lieblingsmusiker: Peter Fox – „Haus am See“. Ihres liegt vielleicht bald am Ring.

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