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640 Flüchtlinge erreichen Spielfeld

Am slowenisch-steirischen Grenzübergang Spielfeld sind bis Samstagabend rund 640 Flüchtlinge angekommen. Der Großteil sei bereits mit zwei Busshuttles in die Notunterkunft im früheren Grazer Euroshoppingcenter gebracht worden, lediglich rund 80 Menschen würden sich in der Sammelstelle am Grenzübergang befinden, sagte Rotkreuz-Sprecher Valentin Krause.

Auf der slowenischen Seite der Grenze wurde in der Nacht auf Sonntag noch mindestens ein Sonderzug mit Hunderten Flüchtlingen erwartet. Aktuell würden die slowenischen Behörden die Menschen aber in einem Lager auf ihrer Seite der Grenze betreuen und nur in "Gruppen von 150 Personen" nach Österreich weiterreisen lassen, so Krause. Daher sei davon auszugehen, dass auch die Ankunft des Sonderzuges keine unmittelbare Auswirkung auf die Zahl der in Spielfeld eintreffenden Personen haben werde: "Wir rechnen damit, dass die Flüchtlinge weiterhin in dieser Gruppengröße kommen werden."

Ungarn machte Grenzen dicht
Nachdem Ungarn am Samstag seine Grenze zu Kroatien für Flüchtlinge de facto dicht gemacht hat, wurde bereits damit gerechnet, dass sich die Fluchtroute zunehmend vom Burgenland nach Südösterreich verlagert.

Slowenien brachte die über Kroatien einreisenden Menschen am Samstag in Bussen Richtung österreichische Grenze. "Die Flüchtlinge werden heute in den Unterkünften in Sentilj (Spielfeld an der österreichischen Seite, Anm.) und Gornja Radgona (Bad Radkersburg) untergebracht", sagte der Zivilschutz-Kommandant Srecko Sestan laut Privatsender POP TV am Vormittag. Insgesamt rechnete Slowenien am Samstag mit der Ankunft von rund 1.800 Flüchtlingen aus Kroatien. Slowenien plant täglich zwischen 2.000 bis 2.500 Flüchtlinge einreisen zu lassen.

Tatsächlich brachten slowenische Busse die Menschen dann jedoch bis knapp vor den Bundesstraßengrenzübergang in Spielfeld. Dort rechnet die Polizei am Samstag und Sonntag mit 3.000 bis 4.000 Flüchtlingen, die registriert, versorgt und dann auf Transitcenter aufgeteilt werden sollen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Ungarn riegelt Grenze ab
Kurz bevor Ungarn um Mitternacht seine Grenze zu Kroatien für Flüchtlinge abriegelte, sind am Freitag nach ungarischen Polizeiangaben noch einmal 6.300 Menschen eingereist. Das erklärt auch, weshalb die Anzahl der Flüchtlingsankünfte im Burgenland am Samstag vorerst nicht abnahm. Waren es am gesamten Freitag 4.800 Menschen, überquerten bis zum späten Samstagnachmittag 3.500 die ungarisch-österreichische Grenze in Nickelsdorf, wie die Polizei auf APA-Anfrage bekannt gab. Es werde jedoch noch ein weiterer Sonderzug mit 600 Flüchtlingen erwartet, hieß es. Weitere könnten folgen, allerdings gestalte sich die Zusammenarbeit mit den ungarischen Behörden gewohnt schwierig.

Es wird erwartet, dass sich die Flüchtlingsroute in den kommenden Tagen zunehmend nach Süden verlagert. In Folge der Grenzschließung Ungarns werde "aller Voraussicht nach" in etwa die gleiche Anzahl an Flüchtlingen, die bisher über Ungarn in Österreich eingetroffen sind, künftig an den Südgrenzen Österreichs erwartet, hieß es am Samstag aus dem Innenministerium.

Grenzkontrollen ausgeweitet
An der slowenisch-kärntnerischen Grenze war die Lage am Samstag vorerst ruhig. Ob bzw. wie viele Menschen dort den Weg über die Grenze finden, würden die nächsten Tage zeigen, hieß es vonseiten der Polizei. Man stehe jedenfalls mit den slowenischen Behörden in Kontakt, um unverzüglich reagieren zu können. Am Vormittag informierte sich der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) persönlich bei den Einsatzkräften über die Vorbereitungen. Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß empfing in der Klagenfurter Landespolizeidirektion Kaiser sowie Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler.

Thema war dabei auch die ab heute 20:00 Uhr geplante Ausweitung der Grenzkontrollen. Neben den bereits existierenden Checks am Karawankentunnel (samt Zugsverbindung nach Rosenbach) und am Loiblpass soll dann auch an den Übergängen Lavamünd, Grablach, Seebergsattel sowie Wurzenpass systematisch kontrolliert werden. Ein Augenmerk liegt dabei laut Polizeisprecher Rainer Dionisio auch auf der Bekämpfung der Schlepper. Dabei unterstützt das Militärkommando Kärnten mit zwei weiteren Kompanien, zusätzlich zu der bereits im Einsatz befindlichen. Mit den zusätzlichen 50 Polizisten aus Wien, Tirol und Vorarlberg stehen nun 110 Exekutivbedienstete und rund 300 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Salzburg: Lage ruhig
Auch in Salzburg war die Situation am Samstag vergleichsweise entspannt. Die bayrischen Behörden übernahmen am Vormittag rund 30 Leute pro Stunde, am Nachmittag wurde den Flüchtlingen jedoch vorübergehend untersagt, die Grenze nach Deutschland zu überqueren. Grund waren Demonstrationen in Freilassing - eine Kundgebung der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" (AfD) und eine Gegenveranstaltung.

Auch die Notquartiere am Bahnhof und in der alten Autobahnmeisterei waren zu Beginn des Wochenendes nur schwach belegt, an der Grenze warteten nach Angaben der Stadtregierung rund 300 Personen.


 

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