07. Juni 2010 10:54
Physicians for Human Rights (PHR) veröffentlichte in den USA einen
schockierenden Bericht. Demnach soll die Bush-Regierung bei inhaftierten
mutmaßlichen Terroristen Menschenversuche angestellt haben. Neue
Verhörmethoden wurden laut dem Bericht an den Gefangenen ausprobiert und
dokumentiert.
Das US-Magazin "Mother Jones" berichtet von Dokumenten, die eindeutig gegen
mehrere internationale Richtlinien verstoßen würden. Der Bericht spricht von
"Medizinern, die für das CIA arbeiten". Sie stellten Untersuchungen darüber
an, wie Menschen auf unterschiedliche Verhörtechniken reagierten und wie
viele Schmerzen sie ertragen konnten. Die entsprechenden Daten wurden
aufgezeichnet, ausgewertet und an die damalige Regierung unter Präsident
George W. Bush weitergeleitet.
Regierungsmitglieder auf Folter vorbereitet
Die Versuche
umfassten etwa die Frage, wie oft man eine Person der Waterboarding-Methode
unterziehen könnte. Beim Waterboarding wird Ertrinken simuliert. Außerdem
wurde überprüft, ob man verschiedene Verhörmethoden kombinieren könne und
wie dies sich auf den Schmerz, den der Malträtierte aushalten müsste,
auswirken würde.
Die Regierungsmitglieder und CIA-Agenten sollten außerdem so auf etwaige
Folter vorbereitet werden. Ein CIA-Memo ist in der PHR-Enthüllung enthalten,
worin der damalige Gernalsekretär Scott Muller davon berichtet, dass "man
nun über Informationen verfügt, die auf vergangene Erfahrungen beruhen".
Gefangene könnten sich nun in Zukunft besser auf bestimmte Foltermethoden
vorbereiten. Mithilfe der erhobenen Daten sei es einfacher, die Tortur
unbeschadet zu überstehen.
Für PHR ist die Sache klar: "Die Sammlung von medizinischen Information
wurde dazu benötigt, um über darauffolgende Praktiken zu informieren. Das
zählt zu den illegalen Menschenversuchen." Das umstrittene Projekt wird nun
untersucht.