Chaos: Aus für Rückführungen

ÖSTERREICH-Reportage

Chaos: Aus für Rückführungen

Am Montag in der Früh um fünf Uhr ging es los. Die Rückführung von Flüchtlingen in die Türkei von den griechischen Inseln aus startete mit zwei Schiffen von Lesbos und einem von der Nachbarinsel Chios.

Darauf 202 Flüchtlinge, fast ausschließlich Migranten aus Pakistan und Nord­afrika. Nur zwei Syrer seien unter den Menschen auf den Booten, teilt Griechenland mit. Begleitet von je einem Mitarbeiter der EU-Grenz­sicherungsbehörde Frontex, wurden die Flüchtlinge auf die bereitstehenden Schiffe gebracht. Die Häfen waren hermetisch abgeriegelt, schwer bewaffnete Polizisten standen Spalier.

Demonstranten rufen: "Schäm dich, EU!"

Keine Chance für Aktivisten oder Flüchtlinge, die Abschiebungen zu verhindern. So demonstrierten auch nur rund 70 Aktivisten mit Transparenten und Sprechchören wie „Schäm dich, EU!“ gegen die Aktion. Die lokale Aktivistin Efi Latsoudi sagte: „Wir wollen kein Europa der Deportationen.“ Latsoudi klagt, die Flüchtlinge würden „in ein Land geschickt, in dem sie nicht sicher sind". Sie meint die Türkei.

Flüchtlinge stellen jetzt massenhaft Asylanträge


Doch mit den Abschiebungen ist jetzt Schluss: Als die Schiffe am Nachmittag zurückkehren, um eine weitere Gruppe von Flüchtlingen in die Türkei zu bringen, werden die Fahrten abgesagt.

Hintergrund: Eigentlich sollen seit gestern alle Flüchtlinge abgeschoben werden, die nach dem 20. März auf einer der griechischen Ägäis-Inseln gelandet sind und dort keinen Asylantrag stellen wollten oder keine Asylberechtigung haben.

Doch in der Zwischenzeit haben die verbliebenen Flüchtlinge auf Lesbos am Montag massenhaft Asylanträge gestellt. Nun müssen erst einmal alle Anträge geprüft werden.

Weiter Streit um EU-weite Verteilung

Während die Rückführungen in die Türkei beginnen, landen die ersten Syrer in der EU.

Am Montagmorgen landeten die ersten 16 Flüchtlinge im Rahmen des Pakts zwischen EU und Türkei im deutschen Hannover. Weitere 16 sollten im Laufe des Tages folgen. Doch in anderen EU-Ländern gibt es Widerstand ­gegen die Aufnahme von Flüchtlingen: Einzig die Niederlande, Frankreich, Finnland und Portugal wollen im Laufe der Woche ­Syrer aufnehmen.

Perspektive
Aus dem österreichischen Innenministerium heißt es, es gebe „derzeit noch keine zeit­liche Perspektive“ für die Aufnahme.

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